Soziales Verwaltungsgebühren schaden Ehrenamt in Wuppertal

Wuppertal · Freiwillige Feuerwehr stellt Förderantrag.

Verwaltungsgebühren schaden Ehrenamt in Wuppertal​
Foto: dpa/Patrick Seeger

Der Ärger über neue Gebühren für die Freiwillige Feuerwehr reißt nicht ab. In der Bezirksvertretung Langerfeld stellte der Förderverein des Löschzuges Langerfeld einen erneuten Antrag, um Kosten zu decken. Es geht hierbei zwar nur um eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 190 Euro, die die Stadt erhoben hat, um den Kindersachen-Flohmarkt, der Ende April auf dem Gelände Am Timpen stattfand, durchzuführen.

Dennoch ist Löschzugführer Karl Grünewald, zudem Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung, von der neuen Regelung irritiert. „Wir richten sei fast 20 Jahren Feste aus, aber seit diesem Jahr müssen wir für unsere Räume Gebühren zahlen. Das verwundert uns“, so Grünewald. „Wir veranstalten solche Feste wie etwa den Tag der offenen Tür ja nicht, um Geld zu verdienen, sondern um für das Ehrenamt zu werben.“

So hätte der Flohmarkt dazu geführt, „dass wir zwei neue Eintritte in die Feuerwehr gewinnen konnten“. Die Feuerwehr in Langerfeld sei 60 Mann stark, „aber nicht alle sind ja immer greifbar, und wenn wir nicht jedes Jahr neue Mitstreiter hinzugewinnen, stirbt die Zahl der aktiven Mitglieder weg“. Was auch für alle anderen Feuerwehren im Stadtgebiet gilt. Man habe bereits durch die Corona-Pandemie einige Jahrgänge nicht ansprechen können.

Auch Bezirksbürgermeister Andreas Bialas äußert sein Unverständnis: „Ich finde es eine Unverschämtheit“, sagt er. „Überall da, wo Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft ermöglichen, wird es schwieriger. Man kann eine solche Gemeinschaft auch kaputtbürokratisieren.“ Als weitere Beispiele nennt er das Bleicherfest in Heckinghausen und den Umzug zu Karneval. Solche Veranstaltungen würden bereits in der Planung durch massenweise Auflagen beeinträchtigt. „Die Menschen, die das organisieren, engagieren sich ehrenamtlich“, deshalb sei es unfassbar, dass ihnen auch noch erschwert wird, dies zu tun, so Bialas.

Carsten Schlabach, Vorsitzender des Fördervereins des Löschzuges Langerfeld, hatte sich bereits im Februar auf Nachfrage der WZ dazu geäußert: „Wenn die Stadt das Ehrenamt stärken will, dann wäre es für sie ein Leichtes, Gebühren zu erlassen, auch wenn diese im Verwaltungsrecht verankert sind.“ Frank Meyer, Dezernent für Stadtentwicklung und Bauen, betonte, das zuständige Ressort würde entsprechende Anträge nach Aktenlage genehmigen, jedoch würde er die Sachlage zeitnah klären: „Wir finden einen Weg.“

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