Stadtentwicklung: Verschönerung braucht Engagement

Stadtentwicklung : Verschönerung braucht Engagement

Beim dritten Eigentümerforum ging es um Sauberkeit, Graffiti und das Stadtbild.

Was macht ein Stadtbild aus? Und was ist zu tun, wenn das Quartier absolut unansehnlich ist? Anpacken, lautet die Devise. Zum dritten Eigentümerforum Stadt luden das Quartiersbüro VierZwoZwo und das Büro für Quartiersentwicklung rund um die Themen Sauberkeit, Graffiti und Stadtbild in den Stadtteilen Wichlinghausen und Oberbarmen in die Färberei ein. Seit 2015 vernetzt das Quartiersbüro die Anwohner der Wuppertaler Stadtteile. „Neben Arbeitsgruppen und -kreisen sowie verschiedenen Veranstaltungen und Vereinen möchten wir die Menschen in den Stadtteilen miteinander in Kontakt bringen“, sagt Nina Schuster von VierZwoZwo. „Die Themen, die die Menschen in beiden Quartieren beschäftigen, sind nahezu identisch.“ Zum dritten Forum sind dann auch etliche Interessenten gekommen.

Ziel der Wuppertaler: Image der Stadtteile aufpolieren

Wichlinghausen und Oberbarmen hätten bis vor zehn Jahren ein eher schlechtes Image in Sachen Wohn- und Lebensqualität gehabt. „Die Leute dort fühlten sich nicht sicher. Wichlinghausen und Oberbarmen haftete insgesamt ein schlechter Ruf an“, so die Diplom-Geografin. Im Rahmen verschiedener Programme wie der Sozialen Stadt stießen etwa die Wuppertaler Quartiersentwicklung (WQG) und VierZwoZwo Maßnahmen dagegen an. Das Image der Stadtteile aufzupolieren sei seit einigen Jahren nicht nur ein Anliegen der Stadt, sondern auch der Anwohner und Hauseigentümer geworden.

Bürgerliches Engagement und Einsatz stehen seitdem an der Tagesordnung. Künstler Robert Kaller gestaltete im Rahmen eines Projekts mit jungen und alten Menschen sowie Schülern der Mosaikbauschule verschiedene Straßenzüge und Hausfassaden im Abschnitt zwischen der Normannen- und der Langobardenstraße sowie in weiteren Gegenden. „Identität schaffen, Langweiliges und Graues durch Buntes und Farbenfrohes ersetzen“, so das Ziel. Kallers Botschaft: „Unsere Städte müssen schöner werden.“ Mit Natursteinmosaiken, die traditionelle sowie mythologische und religiöse Motive aufweisen, setzt Kaller bewusst Höhepunkte.

Ein Graffitiprojekt unter dem Motto „Meine Stadt“, das der Grafikdesigner Steffen Peter gemeinsam mit sieben Jugendlichen angestoßen wurde, fand positive Resonanz. Nikolai Spies von der WQG stellte das Hof- und Fassadenprogramm vor, das sowohl vom Land Nordrhein-Westfalen als auch von der Stadt Wuppertal finanziell gefördert wird. Mit einer Bezuschussung von knapp 40 Prozent und 24 Euro je Quadratmeter werden mit den Fördergeldern Innenhöfe, Außenwände und Grünanlagen renoviert und gepflegt. „Maßnahmen sichtbar machen“ lautet das Motto der WQG.

Eigentümer wie Annegret Buller und Kornelia Lüken, Vorsitzende des Vereins Wir in Wichlinghausen, berichten von ihren Projekten. Abseits vom jährlichen Piccobello-Tag setzen beide Frauen ein Zeichen und engagieren sich mit Motivation und unter großem Einsatz für ihre Quartiere.

Mit der Kampagne des Vereins „Ups, das kann ja mal passieren“ wurde Hundebesitzern den Kampf gegen Verunreinigung angesagt. Die Plakataktion und Verteilung von Kotbeuteln sei gut angekommen, betonte Kornelia Lüken in der abschließenden Diskussionsrunde. Annegret Buller rät: „Jeder kann einen Besen und Arbeitszeug kaufen und mitmachen. Mit Kleinigkeiten können die Quartiere pflegerisch gestaltet werden.“

Bezirksbürgermeisterin Christel Simon freute sich über das Bürgerengagement. „Selber gucken und mitdenken ist dabei notwendig. Einzelne Dinge in den Stadtteilen anstoßen, das ist wichtig, um die Quartiere wieder schöner zu machen.“

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