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Uwe Schneidewind lehnt Bebauung auf der Hardt ab

Stadtentwicklung : Hardt: Schneidewind lehnt Wohnbebauung ab

Die Fläche der alten Schule dürfe nicht privatisiert werden, sagt der designierte Oberbürgermeister.

Es ist das Damoklesschwert, das laut den Abriss-Gegnern über der Hardt schwebt: Ist die Pädagogische Hochschule erst einmal abgerissen, kommen die Container - und wenn die in ein paar Jahren abgeräumt sind, verkauft die Stadt das Gelände als Baugrundstück. Eine Sorge, die immer wieder vorgetragen wird, aber wie berechtigt ist sie? Der Plan, auf der Hardt Wohnbebauung zu schaffen ist nicht neu. Ex-OB Peter Jung hatte ihn vor ein paar Jahren aufgebracht. Der Aufschrei in der Bevölkerung war gewaltig, was den Vorstoß ganz schnell zum Scheitern brachte.

Unter den Gegnern damals war auch der Förderverein Historische Parkanlagen um Brigitte Alexander. Sie befürchtet weiterhin, dass die Verwaltung die Pläne noch einmal aus der Schublade holen könnte. Doch schon vor der Wahl hieß es immer wieder auf WZ-Anfrage aus dem Rathaus, dass nichts in dieser Richtung angedacht sei. Und der neue OB Uwe Schneidewind wird deutlich: „Eine Bebauung lehne ich ab.“ Die Fläche dürfe nicht privatisiert werden.

Was allerdings wohl bei einigen Abriss-Gegnern im Hinterkopf stecken dürfte: Es gibt bereits weitere Vorschläge für Bebauung. Der BLB, dem auch die alte Schule gehörte, will ein weiteres, gut 2,4 Hektar großes Grundstück nicht auf, aber zumindest am Fuße der Hardt verkaufen. Platz für ein neues Wohngebiet und, wenn es nach der Stadt geht, unter anderem eine Kita. Aktuell liefen Gespräche zwischen Verwaltung und Land, ist aus dem Rathaus zu hören. Details gibt es noch nicht. Diese Fläche habe aber gar nichts mit dem Grundstück der alten Schule zu tun. Trotzdem würden beide Areale in der Diskussion manchmal in einen Topf geworfen.

Brigitte Alexander kennt natürlich den Unterschied. Doch auch sie hat die Sorge, dass die Bebauung am Hardt-Rand nur der Anfang sein könnte.

Einen Plan, was mit der Fläche der alten Schule passieren soll, nachdem die Schulen abgezogen sind, hat die Stadt indes noch nicht. Ein Wunsch, der aus Teilen der Bevölkerung zu hören war: Wenn schon Abriss, dann wenigstens eine Erweiterung der Grünanlage. Eine Art Bürgerpark zum Beispiel.

Parkanlage soll auf jeden Fall erhalten bleiben

Annette Berendes, Leiterin des Ressorts Grünflächen und Forsten bei der Stadt, setzt sich auf jeden Fall für eine hochwertige Lösung ein. Eine, „die zum Heiligen Berg passt“. Ob mit oder ohne die bestehende Bebauung: Der historische Kontext müsse gewahrt werden.

Die Parkanlanlage rund um die Schule, die noch etwas älter ist als die Ende der 1950er Jahre errichteten Gebäude, soll dauerhaft erhalten und unter Denkmalschutz gestellt werden. Aktuell liefe bereits eine Begutachtung durch die Landesbehörde. Vor allem die Natursteinmauer sei ein Highlight, so Berendes. Der gesamte Park soll zudem auch durch die Abrissarbeiten und dann die Container „nicht angetastet werden“, betont die Ressortleiterin.

Und zumindest das Relief aus dem Eingangsbereich der Schule soll gerettet werden, erklärt Thomas Lehn vom Gebäudemanagement. Während der Schadstoffsanierung wird es verschalt. Bis zum Abriss will das GMW klären, wie es ausgebaut werden kann. est