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Urlaubsatmosphäre auf dem Wuppertaler Ölberg

Fest : Urlaubsatmosphäre auf dem Ölberg

Der Kunst- und Kulturmarkt war bei überraschend schönem Wetter gut besucht.

„Damit haben wir nach der Ansage gar nicht gerechnet“, freute sich André Kern, Teil des Organisationsteams und selbst ausstellender Künstler, als es bei nur wenigen Regentropfen blieb und sich am späten Mittag sogar die Sonne blicken ließ. Mit dem schönen Wetter füllte sich der Otto-Böhne-Platz am Sonntag zusehends, die Gitarrenklänge und der ruhige Gesang Lutz Griebels verliehen dem gemütlichen Treiben ein beinahe mediterranes Flair, während der Duft des Süßkartoffelcurrys aus der kulinarischen Ecke an den Ständen vorbeizog. Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde das beliebte Viertel der Elberfelder Nordstadt Schauplatz des Ölberger Kunst- und Kulturmarkts, der im letzten Jahr seine 50. Auflage feierte.

Stilisierte Schwebebahnschienen, farbenfrohes Aquarell, ein scherenschnittartiges Porträt von Else Lasker-Schüler und einige Zeilen aus einem ihrer Gedichte – Jutta Ottersbach erstellt thematisch zusammenhängende Collagen zu verschiedenen Themen von Bauhaus bis Woodstock, oder private Auftragsarbeiten, etwa aus gemeinsamen Sehnsuchtsorten und Fotos eines Paars oder einer Familie. „Das ist ein schönes Hobby, das erfüllt mich sehr“, so die Künstlerin, die im letzten Jahr bereits zweimal auf dem Ölberger Markt ausgestellt hat. Zum ersten Mal dabei war diesmal unter anderem Mona Peschutter, die das Innenleben von Paua-Muscheln zu Kettenanhängern verarbeitet. „Mondlicht“ heißt ihre Kollektion aus dem schimmernden Material, das sie von ihrer halbjährigen Reise durch Neuseeland mitgebracht hat. Handgefertigter Schmuck wurde neben Gemälden aller Art gleich an mehreren Ständen feilgeboten, ebenso wie kleine Geschenke, etwa Grußkarten mit Weisheiten aus Kinderbüchern oder Mini-Notizhefte in künstlerisch gestalteten Streichholzschachteln.

„Das ist immer wie ein kleines Nachbarschaftsfest“, so die Ölbergerinnen Nicole und Susanne, die den Markt nicht nur zum Bummeln und Einkaufen, sondern auch als Treffpunkt mit Bekannten nutzen. Doch nicht nur unter den Gästen ist die Veranstaltung beliebt: Die knapp 20 Stände waren diesmal bereits mehrere Wochen im Voraus ausgebucht. „Das hatten wir noch nie“, betonte André Kern. Wurde der Markt zunächst über die Einnahmen der Ausstellergebühr finanziert, wird seit letztem Jahr gezielt nach Sponsoren gesucht, um die Qualität des Markts zu steigern – in diesem Jahr ist die Sparkasse an Bord. „Dadurch können wir Zelte kaufen oder auch den Musikern ein bisschen mehr Gage zahlen“, erklärte Kern.

„Improvisierter Charakter“
soll erhalten bleiben

Am späten Mittag sorgte etwa Franzi Rockzz für die musikalische Untermalung. Der „improvisierte Charakter“ der Veranstaltung solle allerdings erhalten bleiben, so Mitorganisator Lutz Griebel. „Es ist nicht perfekt, aber die ausgestellten Qualitäten sind hoch.“ Weitere Termine: 2. Juni, 11. August und 15. September.