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Unterwegs im Tuk Tuk — Asien-Feeling auf dem Wuppertaler Ölberg

Mobilität : Unterwegs im Tuk Tuk — Asien-Feeling auf dem Ölberg

Ein Elektro-Tuk-Tuk sorgt auf dem Ölberg für Aufsehen. Unser Autor hat eine Probefahrt gemacht - und hat die Vorzüge und Nachteile des China-Imports kennen gelernt.

Zwischendurch ist es da. Das Tuk-Tuk-Feeling. Wer schon mal in Asien unterwegs war, dürfte es kennen. Denn früher oder später sitzt jeder Reisende dort mal einem der Gefährte, die wahlweise als Taxi genutzt werden oder einfach dafür, irgendwas irgendwohin zu bringen. Was fehlt, ist allerdings das oft typische Knattern. Das quietschgelbe Modell, mit dem Egon Hauck auf dem Ölberg für Furore sorgt, ist eher leise. Und dann wäre da noch der Schneefall, der die Probefahrt für die WZ eher asien-untypisch erscheinen lässt. „Heizung gibt es nicht“, sagt Hauck lachend. Die wird aber auch nicht gebraucht. Mit zwei Mann in der doch eher für eine Person ausgerichteten Fahrerkabine wird es schnell mollig warm.

Was dafür wieder für Asien spricht, ist der Ventilator. „Der war schon eingebaut“, erklärt Hauck, sei aber noch nicht benutzt worden. Ansonsten ist die Kabine spartanisch eingerichtet. Ein paar Knöpfe, unter anderem für den Scheibenwischer. Armaturen, ein Tacho, ein Hebel neben dem Sitz, um den „Berg-Modus“ zu aktivieren – „nur beim Stillstand des Fahrzeugs zu bedienen“, sagt Hauck. Das war es fast schon. Ein paar Schriftzeichen über dem Lenkrad lassen auf das Herkunftsland des Tuk Tuks schließen: China.

Im Internet hatte sich Hauck das elektrobetriebene Fahrzeug bestellt. Ein bisschen Zeit auf See habe es dann verbracht, ehe der Wuppertaler es in Rotterdam abholen konnte. Es habe zig Modelle gegeben. Für seine Ansprüche reiche aber dieses, betont er und zeigt auf die relativ große Ladefläche. Das Pendeln zur Arbeit in Vohwinkel, kleine Touren durch die City, für mehr brauche er es ja nicht und da genügen auch die 80 bis 100 Kilometer Reichweite mit einer Ladung Strom. Der Vorteil aus seiner Sicht und der das Tuk Tuk vor allem auch für Geringverdiener interessant mache: Der Zoll am Hafen in Rotterdam habe das Fahrzeug wie ein Mofa klassifiziert. Also keine teure Steuer, keine teure Versicherung. Und der Strom koste nur ein paar Euro.

Nachteile gebe es aber auch. Zumindest für Leute, die sie als solche empfinden. Wer einen Cityflitzer sucht, tja, der muss weitersuchen, vielleicht auf ein anderes Modell oder gleich etwas ganz anderes ausweichen. Die Probefahrt mit Hauck ist eher gemütlich denn rasend schnell. Gerade, wenn es etwas steiler wird, sinkt auch das Tempo – was nicht nur an den knapp über 100 Kilo des schreibenden Beifahrers liegt. Richtig aufgeladen sei der Motor aktuell allerdings auch noch nicht, nimmt Hauck seinen Import aus Fernost in Schutz. Wenn es etwas bergab gehe, schaffe Tucki, wie er seinen Begleiter liebevoll nennt, auch schon mal die 40 km/h. Und bei seinen eher ausgefallenen Arbeitszeiten habe er auch kein Problem damit, über die B 7 nach Vohwinkel zu fahren. „Die ist dann noch recht leer.“

Er sei jedenfalls voll zufrieden mit seinem Kauf. Am Ölberg haben er und sein gelbes Gefährt auch schnell für Aufsehen gesorgt (die WZ berichtete), erzählt Hauck. Der eine oder andere an zukünftigen Mobilitätsformen interessierte Ölberger habe schon um eine Probefahrt gebeten.

Auch wenn er definitiv im Straßenverkehr auffalle, „kontrolliert wurde ich noch nicht“, sagt er lachend. Was aber auch damit zusammenhänge, dass er noch relativ wenig gefahren sei. Ein Ladeproblem. Denn er selbst habe keine Station. In Kürze ziehe er aber um. „Dann habe ich eine Garage und werde mir dort auch Strom legen.“ Grundsätzlich begrüße er aber alle Aktionen, zum Beispiel von den WSW, die Zahl der Ladestationen in Wuppertal zu vergrößern.