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UniTal: Sport ohne Risiken und Nebenwirkungen

UniTal: Sport ohne Risiken und Nebenwirkungen

Professor Thomas Hilberg brachte die Besucher der CityKirche in Bewegung.

Wuppertal. Beim Auto versteht es jeder: Wer tankt, aber nicht fährt, benötigt für die unnötig zufließenden Energiestoffe mehrere Zusatzkanister. Die haben beim Menschen die Form von Rettungsringen im Bereich der Problemzonen und belasten den Motor, nämlich das Herz. Drei Lösungen bieten sich an. Um im Bild zu bleiben: weniger tanken, mehr fahren oder sich damit abfinden, dass man Dauerkunde in der Werkstatt wird.

Aus der Werkstatt der Sportmediziner berichtete Professor Thomas Hilberg von der Bergischen Uni in der CityKirche Elberfeld im Rahmen der Vortragsreihe UniTal. Nun pflegt der Mensch und vor allem der Fernsehzuschauer ein Bild, wonach sich Sportmediziner um Dopingkontrollen kümmern und mit Eis-Spray Wadenverletzungen behandeln. Aber, so Hilberg, Sportmedizin ist "mehr als Medizin für Sportler", vielmehr eine Wissenschaft, die jedem diene.

Wobei der Begriff "Wissenschaft" insofern einzuschränken ist, als Sportmedizin kein eigenes Studienfach darstellt. An der Bergischen Universität ist Hilbergs Lehrstuhl noch im Aufbau. Zur Unterstützung setzt der Professor auf weitere Kontakte zu Sportlern und Vereinen.

Um zu verdeutlichen, was so ein lokales Netzwerk für die Allgemeinheit bedeutet, unternahm Hilberg im Verlauf des Vortrags eine symbolische Reise aus dem Kosmos hinunter in das winzige Wuppertal. Dabei stieg er von der allumfassenden Definition des Begriffes "Sportmedizin" zunächst abwärts zu den Bereichen dieser Medizin, die er jeweils einem Erdteil zuwies. Europa fiel der Bereich der Reha-Maßnahmen zu, womit Hilberg den Gästen eine Brücke geschaffen hatte, sich als Nutznießer der Sportmedizin zu verstehen.

Was es bedeutet, die Handreichungen versierter Ärzte anzunehmen, vermittelte Thomas Hilberg durch eingeschobene Bewegungsübungen: beispielsweise Zehen krallen, Brustkorb recken, auf einem Bein stehen und dabei die Augen schließen. Denn die übereifrigen Jogger, die sich auspowerten, bis ihnen die Röte im Gesicht stünde, benähmen sich nicht vorbildlich.

Vielmehr sei angepasste Bewegung anzustreben, also das Maß, das der kranke, aber auch der gesunde Körper vertrage. Denn über Risiken und Nebenwirkungen informiert nun mal am besten der sportmedizinisch geschulte Spezialist. Der rät als Faustregel zum Energiemehrverbrauch und mindestens vier halbstündigen Einheiten Ausdauersport pro Woche.