Uni Wuppertal geht beim Klimaschutz mit gutem Beispiel voran

Forschung : Uni geht mit gutem Beispiel voran

Nicht nur in der Forschung ist die Umwelt ein großes Thema. Auch bei neuen Gebäuden auf dem Campus wird auf sie geachtet – zum Beispiel mit Wildblumenwiesen.

Die Bergische Universität geht in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel voran. Das bescheinigt ihr zumindest Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes und Papieratlas-Partner. Die Uni habe „ihren Recyclingpapier-Anteil von 0 auf 100“ hochgefahren. Aber wurde zuvor umweltunfreundlich gedruckt? Dazu erklärt eine Sprecherin der Hochschulleitung, dass schon in den Vorjahren mit Kriterien wie „100 Prozent Altpapier“ oder „ohne Chlorbleiche“ ausgeschrieben worden sei und nur die „Blaue Engel“-Zertifizierung gefehlt habe. Zudem sei diese Umstellung nicht die einzige Maßnahme an der Uni.

So seien beispielsweise am Campus Freudenberg Wildwiesen errichtet worden, von denen die meisten „sogar die Hitzeperiode überstanden haben“ und über die sich Bienen und andere Insekten nun freuen. Zudem steht dort die 125 Meter lange Photovoltaikanlage der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Medientechnik. Diese ist mit einer E-Tankstelle verbunden, die kostenlos genutzt werden kann und soll darüber hinaus die erzeugte Energie – die im Web in Echtzeit eingesehen werden kann – ins hochschuleigene Verteilnetz einspeisen.

Hier könnte unter anderem der Fuhrpark des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW) tanken. „Wir hatten eines der ersten 100 Elektroautos in Wuppertal, das war der Twizzy, mit dem unsere Wohnheimhausmeister fahren“, erklärt HSW-Geschäftsführer Fritz Berger. Er ist für die Mensen und Wohnheime am Campus verantwortlich. Letztere wurden in energetischer Hinsicht schon mehrfach ausgezeichnet – dank Einsatz von Blockheizkraftwerk, Niedrig- und später Passivhausenergie-Standard, Fernwärme und Gründächern. Im neusten, derzeit noch im Bau befindlichen Wohnheim soll zudem „Urban Gardening“, also städtische Nutzgärten für Gemüse, ermöglicht werden.

Am Campus kümmert sich der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) darum. 2018 wurden in der Nähe des Mensa-Gebäudes am Campus Grifflenberg zwei Hochbeete aufgestellt. Angepflanzt werden beispielsweise Minze, Sonnenblumen oder Pflücksalat. Mittlerweile sind es vier Beete geworden und das Projekt soll weiter wachsen. „Wir möchten gerne Hochbeete an den Wohnheimen und am Campus Haspel aufstellen“, schildert Asta-Vorsitzender Sven Bischoff. Dabei freut sich der Asta über jeden Hobbygärtner, der mitarbeiten und das Gartenprojekt begleiten möchte. Unterstützt wird das Projekt vom Sozialwerk und der Hochschulverwaltung, die die Aufstellungsorte freigeben.

Wo beide eher wenig Einfluss haben, ist am Hochschulgebäude selbst. Das liege am Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB NRW), der nach eigenen Standards baue und bei dem die Uni-Einrichtungen lediglich Mieter seien. „Hier können wir die Gebäudetechnik nicht beeinflussen“, führt Berger aus und weist zugleich auf eine Ausnahme hin: „Unser Vorschlag, die Dachebene 05 des Mensagebäudes zu begrünen, wurde umgesetzt.“ Auch die Hochschule selbst agiert in Rahmen ihrer Möglichkeiten: „Es ist der Ausbau des nachhaltigen Heizens durch eine Optimierung der Fernwärmeversorgung in Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Stadtwerken geplant.“

Daneben betont eine Uni-Pressesprecherin den Transferschwerpunkt Umwelt, Engineering und Sicherheit, der zahlreiche Projekte beinhaltet, wie zum Beispiel FreshBrains. Dieses „hat die Verbesserung der Radverkehrsplanung in deutschen Kommunen zum Ziel.“ Die Schülerakademie 2°-CAMPUS hingegen setzt sich mit dem Leben in einer treibhausgasarmen Gesellschaft auseinander. Gemeinsam soll nach Lösungen gesucht werden, „wie der Klimawandel gebremst und die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 um 95 Prozent gesenkt werden können.“

Die Bergische Universität verbleibt mit ihren Aktivitäten somit nicht nur auf dem Campus, sondern trägt diese auch in die Gesellschaft hinaus.

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