Uni-Ball: 2000 Wuppertaler tanzen in der Stadthalle

Uni-Ball: 2000 Wuppertaler tanzen in der Stadthalle

Zum neunten Mal feierte die Bergische Uni ihre Ballnacht. Die war dieses Jahr zum ersten Mal ausverkauft.

Elberfeld. „Beim Tanzen gibt es keine Fehler — nur Variationen.“ Zur Freude all jener Anwesenden, für die das Tanzen am Samstagabend unvermeidbare Begleiterscheinung war, eröffnete Rektor Lambert T. Koch mit diesen Worten Flavio Alborinos den Universitätsball der Bergischen Uni in der Historischen Stadthalle.

Erstmals war die Veranstaltung ausverkauft und präsentierte sich im neunten Jahr noch glamouröser als in den Vorjahren. Dabei gelang es den Organisatoren im Auftrag der Uni, eine rauschende Ballnacht zu organisieren, die weder antiquiert noch zu abgehoben daherkam. Oberbürgermeister Peter Jung war voll des Lobes für dieses „große gesellschaftliche Ereignis“.

Beinahe 2000 Besucher — festlich gekleidet und bester Stimmung — feierten bis in den frühen Morgen mit den diesjährigen Absolventen. Für jeden Geschmack hatte der Uni-Ball etwas zu bieten. Im großen Saal der Stadthalle spielte die Günther Matern Band Tanzmusik. Durch den Abend führte eine gut gelaunte Yvonne Peterwerth.

Auf dem Parkett lieferten sich Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher und Barmenia-Chef Josef Beutelmann ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Beide ließen kaum einen Tanz aus und schwoften über die Tanzfläche, als gebe es kein Morgen. Die Polizeipräsidentin aus Köln präsentierte sich als echte rheinische Frohnatur: „Ich weiß, dass mein Kleid sehr extravagant ist, aber ich freue mich, dass ich nach 20 Jahren wieder hineinpasse.“ Als eine der letzten Tänzerinnen verließ die Präsidentin gegen 3 Uhr das Parkett.

Da ging die Party im Mendelssohn Saal erst richtig los. „Wuppertal, wollt ihr rocken“, hatte Sascha Poddey, Frontmann der Band The Goodfellas, zwei Stunden zuvor gefragt und zum Queen-Hit „We will rock you“ gekonnt in die Saiten seiner Gitarre gegriffen. „Tradition modern erleben“ lautete das Motto der Ballnacht — und The Goodfellas setzten selbiges gekonnt um. Nach der Wuppertaler Band sorgte ein DJ dafür, dass die Party weiterging — zur Freude der gebürtigen Ecuadorianerin Janneth Wegener (40), die vor 13 Jahren nach Wuppertal gekommen war und damals im Sprachlehrzentrum der Bergischen Uni einen Deutschkurs besucht hatte. Beim Uniball zu tanzen ist für sie Ehrensache: „Ich liebe die Stadthalle!“

Stilecht zurecht gemacht hatte sich die Bergische Swingjugend, die im Mahler Saal zu den Klängen der Band 4tobar Lindy Hop nach Art der 30er Jahre tanzte und damit unter anderem Stadtwerke-Chef Andreas Feicht nebst Gattin Dana begeisterte. Die gediegene Atmosphäre genoss auch die 34-jährige Victoria Rozhyna. Die Designerin hat ihr Diplom zwar längst in der Tasche, den Uni-Ball besucht sie aber immer wieder gerne: „Wann hat man schon einmal die Chance, sich so richtig in Schale zu werfen?“

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