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Unbewusst eingewilligt

Unbewusst eingewilligt

Jeder kennt das Gefühl, wenn das Knöllchen unterm Scheibenwischer klemmt. Natürlich verspürt der Parksünder Ärger, dass ihn eine Politesse aufgeschrieben hat. Aber Einsichtige ärgern sich auch über sich selbst.

Parkverbot — man wusste es ja und hat’s trotzdem riskiert. Die Knöllchen, die nun private Unternehmen verteilen, haben eine andere Qualität. Es ist wohl keine gewagte These, dass die meisten Menschen aus Unkenntnis bezahlen. Schließlich ist der Aufwand, den das Einlegen einer Parkscheibe mit sich bringt, ziemlich gering und kostenlos. Wer sollte da etwas riskieren wollen? Der fade Beigeschmack rührt daher, dass Leute zur Kasse gebeten werden, die zum Teil unwissend in ein Vertragsverhältnis eingetreten sind. Sie haben nichts unterschrieben, nichts angeklickt, nicht „ja“ gesagt — und trotzdem gelten plötzlich die Spielregeln eines Parkraumüberwachers, der seine eigenen Vertragsstrafen festlegt. Rechtlich scheint das wasserdicht. Die Hinweis-Schilder sind zuhauf aufgestellt. Warum schauen trotzdem Menschen an ihnen vorbei? Vielleicht weil wir private Parkregelungen anders kennen. Mit Parkschein. Mit Schranke. Jedenfalls nicht mit einem Schild, das allein durch sein zwölfzeiliges Layout nicht gerade ein natürlicher Hingucker ist. Die betroffenen Märkte müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie so mit zahlenden Kunden umgehen wollen, nur um ein paar echte Falschparker abzuschrecken.