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Döppersberg: Umzug des Stadtmarketings mit Fragezeichen

Döppersberg : Umzug des Stadtmarketings mit Fragezeichen

Ob Martin Bang wieder an den Döppersberg kann, hängt noch an den Finanzen.

Wenn der Wupperpark Ende 2019 endlich fertig sein soll, dann soll nicht nur die Suchthilfeeinrichtung Café Cosa dorthin ziehen, sondern auch das Stadtmarketing. Beide sind aktuell übergangsweise am Kirchplatz untergebracht.

Während der Standort des Café Cosa viel diskutiert wird und deswegen sogar ein zweitplatzierter Entwurf für den Wupperpark dem erstplatzierten mit mehr Aufenthaltsqualität vorgezogen wurde, ist das Stadtmarketing unumstritten. Dennoch ist sein Umzug an den Wupperpark nicht völlig sicher. Und vor Herbst wird sich das auch nicht entscheiden.

Das hängt zusammen mit der Miete, die für das Gebäude fällig wird. Ursprünglich hat das Stadtmarketing nämlich keine Miete für den Standort am alten Döppersberg bezahlt. Jetzt musste eine neue Regelung gefunden werden. Vor allem vor dem Hintergrund der Finanzprobleme der GmbH. Martin Bang, Geschäftsführer des Stadtmarketings, sagt aber, dass sich eine Lösung abzeichne. „Ich habe keine Sorge, dass die Miete zu hoch sein wird“, sagt Martin Bang.

Kämmerer Johannes Slawig bestätigt, dass an einer Lösung gearbeitet werde. Die sehe aktuell so aus, dass die Stadt 80 Prozent der Miete übernehme und das Stadtmarketing 20 Prozent. Das sei aus beihilferechtlichen Gründen so, erklärt Slawig, weil das dem privatwirtschaftlichen Anteil des Geschäfts entspreche - etwa wegen Ticket- oder Merchandiseverkäufen, was auch privatwirtschaftliche Firmen könnten.

Aus seiner Sicht ist die Frage, ob das Stadtmarketing aber einen Mietvertrag über fünf bis zehn Jahre unterschreiben könne, noch nicht abschließend geklärt. Denn das Wuppertaler Stadtmarketing habe ein strukturelles Finanzierungsproblem. Während der städtische Zuschuss von 760 000 Euro im Jahr wegen des Haushaltspaktes gedeckelt sei, stiegen die Kosten. Gleichzeitig seien die Einnahmen wechselhaft, sagt Johannes Slawig. „Das Budget ist schon jetzt auf Kante genäht“, erklärt der Kämmerer.

Derzeit gebe es eine Arbeitsgruppe aus Stadt und den anderen Gesellschaftern, die eine mittelfristige Finanzplanung aufstellen, aus der hervorgehen soll, ob die langfristige Mietverpflichtung zu tragen ist. Ebenso stehe dann ein politischer Beschluss aus. Alle seien an einer Lösung interessiert, betont Slawig.

Gleichzeitig muss auch Slawig sehen, wo er die 80 Prozent der Miete aus dem städtischen Haushalt herbekommt. Wobei er einräumt, dass die Unterbringung des Stadtmarketings früher auch auf städtische Kosten lief. Eine Hilfe könnte die geplante Gastronomie sein, die mit in den Infopavillon ziehen soll. Slawig sieht sie als Querfinanzierung.

Bang lässt unterdessen keinen Zweifel daran, dass er wieder an das „Tor zu Stadt“ will. „Wir gehören an diese Stelle“, sagt der Geschäftsführer. Er ist so sicher, dass er schon gedanklich die Inneneinrichtung plant, wie er erzählt.