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Umstrittener Reggae-Star im U-Club ganz brav

Umstrittener Reggae-Star im U-Club ganz brav

Der für schwulenfeindliche Hass-Predigen bekannte Sizzla beschränkt sich auf die Musik.

Wuppertal. An ihm scheiden sich die Geister. Hassprediger nennen ihn die einen, begnadeten Künstler die anderen. Fakt ist: Der jamaikanische Reggae- und Dancehall-Star Sizzla genießt einen zweifelhaften Ruf. Weswegen er am Montagabend auch nicht wie vorgesehen in Dortmund auftreten durfte. Massive Proteste des Schwulenverbandes und einiger Politiker hatten zur Absage des Konzertes geführt, das daraufhin im Wuppertaler U-Club stattfand.

In der von der Fachzeitschrift Riddim vier Mal in Folge zum besten Reggae-Club Deutschlands gekürten Location an der Friedrich-Ebert-Straße hielt sich die Aufregung in Grenzen: Zum Einen, weil man im U-Club mit Sizzla bereits bei seinem ersten Besuch vor rund einem Jahr keine negativen Erfahrungen gemacht hat und zum Anderen, weil die anwesende Reggaegemeinde in erster Linie die Partyqualitäten des Künstlers honoriert.

Und so geriet auch das ausverkaufte Konzert zur bloßen Tanzveranstaltung, wenn überhaupt Propaganda stattfand, dann nur während des bei Reggae-Veranstaltungen quasi unvermeidlichen Aufrufs zur Legalisierung von Marihuana. Sizzla hielt sich somit an den im Vorfeld von ihm unterzeichneten "Reggae Compassionate Act", mit dem er sich bereit erklärt hatte, auf jegliche "Statements und Songs zu verzichten, die zu Hass und Gewalt aufrufen."

Denn Sizzla ist kein Freund von Homosexualität. Damit reiht er sich in die Schlange seiner Reggae-Kollegen wie Bounty Killer, Capleton oder Beenie Man ein, die sich ebenfalls offen schwulenfeindlich geben.

Dazu kommt die vermeintliche Fehlinterpretation ihrer Texte. So sei der Ausdruck "burn Battyboy" keineswegs als Aufforderung zur Verbrennung von Schwulen zu verstehen, sondern müsse vor dem Hintergrund des Patois, der auf Jamaika gesprochenen Kreolsprache, verstanden werden. Danach stehe das Feuer als Metapher für das reinigende Element der Liebe, das dafür sorge, dass alles im Namen von Jah Rastafari geschehe. Was man vor dem Hintergrund ihrer Herkunft vielleicht noch erklären kann, zu entschuldigen ist dies indes damit nicht.

Und auch wenn die Party am Montag im U-Club kein Forum für derlei Predigten war, so werden die Diskussionen um die kontroverse Person Sizzla sicher noch lange nicht beendet sein.