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Wuppertal: Über 144 000 Parksünder ertappt

Wuppertal : Über 144 000 Parksünder ertappt

Stadt nimmt 2015 etwa drei Millionen Euro durch Falschparker ein. In den Innenstädten von Elberfeld und Barmen ist der Parkdruck am höchsten.

Wuppertal. Glaubt man dem Portal parkinfo.wuppertal.de, das im Auftrag der Stadt einen Überblick über alle Parkgelegenheiten in der Barmer und Elberfelder Innenstadt liefert, gibt es dort knapp 7500 Parkplätze. Mit dabei sind Parkhäuser, kostenlose Parkplätze, aber auch Parkplätze, an denen man einen Parkschein lösen muss. Diejenigen, denen dieses Angebot an legalen Parkplätzen nicht reicht und die lieber falsch parken, erwartet ein orangener Zettel unter dem Scheibenwischer — ein Knöllchen.

Foto: Andreas Fischer

Im Jahr 2015 wurden in Wuppertal 144 259 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen. Einschließlich Verwaltungsgebühren nahm die Stadt dadurch etwa drei Millionen Euro ein. „Die Anzahl an Parksündern ist immer etwa auf diesem Niveau“, sagt Stadtsprecherin Kathrin Petersen.

Die meisten Falschparker gibt es in den Innenstädten von Barmen und Elberfeld. Dort betreibt die Stadt etwa 1900 Parkplätze. An knapp 100 Parkscheinautomaten kann man sich ein Ticket ziehen — um eben kein Knöllchen an der Windschutzscheibe zu finden. Der Rest der legalen Parkmöglichkeiten findet sich vor allem in den Parkhäusern der größeren Geschäfte.

In den Außenbezirken wie Cronenberg und Ronsdorf dagegen ist meist eine Parkscheibe nötig. Ist die abgelaufen, gibt es auch hier ein Knöllchen. Auch wer in zweiter Reihe parkt, wird zur Kasse gebeten. Eigentlich gebe es aber genug Parkplätze, sagt Petersen. Am größten sei der Parkdruck ohnehin in den Innenstädten von Barmen und Elberfeld.

Das weiß auch Guido Maßmann, Verkehrsexperte des ADAC. Wichtig sei immer, klare, einheitliche und verständliche Regelungen zu finden. Gibt es die nicht, komme es zu Verstößen. In einer Stadt wie Wuppertal, in der eigentlich genügend Parkflächen vorhanden sind, sich der Parkdruck aber auf wenige Gebiete konzentriert, gebe es noch einen anderen wichtigen Aspekt. „Hier ist es wichtig, den Parkdruck gut zu lenken“, sagt Maßmann.

So belegten hier zum Beispiel Menschen, die in der Innenstadt arbeiteten, zum Teil den ganzen Tag lang Parkplätze in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. Man müsse versuchen, das zu vermeiden, erklärt Guido Maßmann. Ein Ansatz dafür seien kostenlose Parkplätze weiter außerhalb und eine günstige Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „So kann man Langzeitparker in den Randgebieten auffangen“, sagt der Experte.

Problematisch sei in Gebieten mit hohem Parkdruck auch der sogenannte Parksuchverkehr — also Autofahrer, die auf der Parkplatzsuche immer wieder um den Block fahren. Der mache zum Teil 30 Prozent des Verkehrs in Innenstädten aus. „Das kann nicht das Ziel sein“, sagt Maßmann.