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Turmhaube der Kirche am Kolk wird instand gesetzt

Renovierungsarbeiten : Turmhaube wird instand gesetzt

Weitere Arbeiten an der Kirche am Kolk sind ausgeschrieben. Das Verfahren ist kompliziert.

Der Fahrstuhl an der Alten Kirche am Kolk fährt den Kirchturm hinauf. Das Gerüst wird gerade bis an die Spitze des Kirchturms erweitert. „Die Arbeiten am Mauerwerk verzögern sich weiter wegen der komplizierten Ausschreibung“, sagt Baukirchmeister Rüdiger Raschke. Eigentlich hatte er gehofft, dass jetzt im Frühjahr die Bauarbeiten beginnen würden. Doch die Ausschreibungen laufen gerade erst. „Als wir 1975 die Kirche aufgebaut haben, hat der Pastor einfach alles bauen lassen“, erinnert sich Raschke mit leichtem Neid. Er ist jedoch in engem Kontakt mit möglichen Baufirmen und zuversichtlich, dass diese im Herbst endgültig ans Werk gehen können.

Um die Wartezeit nicht ungenutzt zu lassen, hat der Architekt vorgeschlagen, sich erst einmal der Turmhaube zu widmen. Dafür muss das Gerüst nach oben erweitert werden. Schon in den vergangenen Wochen wurde das Gerüst, das seit Jahren am Kirchturm steht, von Taubendreck gesäubert. „Da lagen ganze Taubenkadaver hinter dem Schutznetz“, sagt Raschke.

Jetzt sollen die Handwerker am offenen Teil der Turmhaube – der so genannten Laterne – defekte Holzteile ersetzen und das Holz streichen. Insgesamt sei die Turmhaube in gutem Zustand und der Dachstuhl intakt, nennt der Baukirchmeister eine gute Nachricht. „Wenn man direkt davor steht, wird man aber vielleicht noch das eine oder andere entdecken.“ Am Schiefer und Kupfer gebe es jedoch keine Schäden. Der gerade eingerichtete Fahrstuhl kann alle Baumaterialien auf den Turm tragen.

Noch fehlen der Gemeinde
rund 400 000 Euro

Nach wie vor fehlt jedoch noch Geld für die Sanierung des Turms. Die Kostenschätzung für die nötigsten Arbeiten liegt derzeit bei 1,5 Millionen Euro. 500 000 Euro hat der Bund zugesagt, 100 000 das Land. Die evangelische Kirchengemeinde am Kolk hat 400 000 Euro eingeplant. Weitere 100 000 kamen an Kleinspenden zusammen, darunter die Einnahmen aus den großen Netflix-Plakaten. Damit fehlen noch rund 400 000 Euro. „Das müssen wir noch zusammenbetteln“, sagt Raschke, der mit seinen Mitstreitern gerade den nächsten Spendenaufruf gestaltet.

Dem Turm, der derzeit unter dem Gerüst verborgen ist, sind die Schäden deutlich anzusehen: Die dicken alten Steine haben Risse, der Mörtel zwischen den Steinen bröselt. 1747 baute die lutherische Gemeinde den Kirchturm an der Schönen Gasse. Brandbomben trafen jedoch am 25. Juni 1943 die Kirche schwer. Der Turm blieb zwar stehen, litt aber unter der Erschütterung und Hitze. Auch die Abeler-Explosion 1973 schadete dem Mauerwerk. Jetzt sollen defekte Steine durch Ziegelmauerwerk ersetzt werden. Eine Schlemme – ein dünner Putz – soll anschließend das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen schützen. „Dann haben wir den Originalzustand von 1750“, erklärt Rüdiger Raschke. Neun bis zehn Monate dauern die Bauarbeiten. Wenn alles gut geht, könnten sie Ostern 2021 abgeschlossen sein.