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„Tuhuus“ bleibt dem Quartier Wuppertal-Langerfeld erhalten

Vor Ort : „Tuhuus“ bleibt dem Quartier Wuppertal-Langerfeld erhalten

Das Quartiersbüro verlängert um ein halbes Jahr.

Schön zum Einkaufen nach Schwelm fahren, aber auch ein ganzes Themenjahr, das umfassend mit Demenz vertraut macht: Nur zwei der Bereicherungen für Langerfeld, die das Quartiersbüro „Tuhuus“ seit den vergangenen Jahren ins Leben rief. Für die Anlaufstelle an der Odoakerstraße ist nun die Fortsetzung gesichert - immerhin für ein halbes Jahr.

Das Büro ist als „Projekt“ angelegt und teilt das Schicksal vieler Projekte: Es ist zeitlich befristet. Träger sind der Arbeiter-Samariter-Bund, die evangelische Kirche und die Diakonische Altenhilfe. Was die Stadt beisteuert, ist der Raum, den sie in dem hübschen Altbau am Markt mietfrei zur Verfügung stellt. Der Anspruch der Träger: Anschubfinanzierung - eine Art Starthilfe für die Kommune.

Mitte nächsten Jahres endet die zunächst vorgesehene Trägerschaft von drei Jahren, die derzeit die Bezahlung des Personals sichert. Dass danach kein Bedarf mehr bestehen würde, schien gleich doppelt fraglich: Zum einen machte Corona auch dem „Tuhuus“ mehr als nur einen Strich durch die Rechnung. Und zum zweiten sei für die hier angestoßenen Initiativen ohnehin auch eine künftige Begleitung wichtig, finden die Träger wie auch die zwei Leiterinnen des Quartiersbüros: Andrea Knoll und Anke Kirchmann-Bestgen sind hier fest angestellt, in diesem begrenzten Sinn: für drei Jahre - oder nun dreieinhalb.

„Ziele des Quartiersbüros sind zunächst Barrierearmut und Demenzfreundlichkeit“, benennt Knoll die Leitgedanken der Adresse, zu denen sich drei weitere gesellt hätten: „Langerfeld wird vernetzt, engagiert und offen für Wünsche und Interessen.“ Generell kreise dabei viel um das Format „Ideenschmiede“: Einmal pro Monat lädt man hier interessierte Langerfelder ein und geht gemeinsam Verbesserungen für den Stadtteil an. Auch verschiedene Beratungsangebote haben ihren festen Platz an diesem hier zentralen Ort - zu Pflege und Unterstützung im Alter, auch etwa zu Schuldenkrisen bei Senioren.

Herausforderung ist
der hohe Altersschnitt

Langerfeld hat bekanntlich spezielle Eigenschaften, denen ein Dienst wie „Tuhuus“ sich zu stellen hat. Der hohe Altersschnitt gehört dazu, aber auch die Topografie: Höhen wie den Ehrenberg, daneben die ungewöhnliche Zweiteilung auf beiden Seiten der Talachse. Vom südlichen Langerfeld, wo das Büro liegt, zum nördlichen gegenüber gibt es keine direkte ÖPNV-Verbindung.

Hier kommt nun einer der Erträge ins Spiel, der aufs Konto der tatkräftigen Leiterinnen geht: ein Bus, der wenigstens gelegentlich beide Teile verbindet. Zweimal monatlich wird im Gemeindehaus Inselstraße zusammen gegessen, und der „Quartiersbus“ holt dafür die meist älteren Teilnehmer bei sich zu Hause ab.

Den zweiten meint besagter Einkaufsausflug: Ab dem 12. November geht es damit alle zwei Wochen nach Schwelm, denn vom im schmucken Stadtkern dort wartenden Ladensortiment gibt es in Langerfeld so manches nicht - hier fehlt sogar eine Drogerie.