Tuffi machte ihrem Namen einst alle Ehre

Tuffi machte ihrem Namen einst alle Ehre

Auf den Tag genau vor 66 Jahren sprang der Elefant aus der Schwebebahn. Tuffi — so heißt auf italienisch das Kunst- und Turmspringen.

Wuppertal. Am 21. Juli 1950 — also genau vor 66 Jahren — setzte der kleine Elefant Tuffi zum Sprung in die Wupper an. Die Verantwortlichen der Wuppertaler Stadtwerke und des Zirkus' Franz Althoff hätten es ahnen müssen, denn Tuffis Name hat eine direkte Beziehung zum nassen Element. Tauchen heißt auf italienisch tuffare. Tu tuffi — du tauchst. Doch es kommt noch toller: Ganz offiziell heißt die olympische Sportart Kunst- und Turmspringen auf italienisch „Tuffi“.

Warum der vermutlich 1946 in Indien geborene Elefant auf den klangvollen Namen Tuffi getauft wurde, ist leider nicht überliefert. „Tuffi war immer eine aufgeweckte und sehr selbstbewusste Elefantendame. Sie ist vor der Schwebebahnfahrt schon mit der Straßenbahn unterwegs gewesen und hat zu Werbezwecken so manchen Oberbürgermeister im Ratshaus besucht“, berichtete Harry Althoff vor einigen Jahren im Gespräch mit der WZ.

Dass Tuffi am 21. Juli 1950 im Stil einer „Tuffatrice“ in die Wupper eintaucht , daran war vor dem spektakulären Zwischenfall nicht zu denken. Gemessen an der Höhe des Sturzes handelte es sich wohl mehr um eine Form des Turm- statt des Kunstspringens. Tuffi kam im seichten Wasser der Wupper seitlich auf und blieb bis auf ein paar Schrammen unverletzt. Das grenzt an ein Wunder, einen Sturz auf den Kopf oder die Beine hätte sie wohl nicht überlebt.. Die Einnerung an den Wuppersprung wird in zahlreichen Kinderbüchern und Filmen festgehalten. Der Sprung aus der Schwebebahn machte Tuffi zur Legende — wenn auch nicht unsterblich. 1989 starb Tuffi in Paris

Im Wuppertaler Zoo wurde am 16. März 2016 ein Elefantenmädchen geboren, das den Namen Tuffi trägt und auf Anhieb zum Liebling der Zoobesucher geworden ist. Es soll übrigens seiner Patin nacheifern, was Temperament und Charakter angeht.

Der Unfall in der Schwebebahn war übrigens nicht Tuffis Schuld. Die Schwebebahn, in die Tuffi am Alten Markt einstieg, war überfüllt, weil die Fotografen und Reporter alle ganz nahe dran sein wollten. Als Tuffi sich umdrehen wollte und das nicht ging, kletterte sie auf einen Sitz, der unter ihrer Last zusammenbrach. Panik brach aus, es wurde noch mehr gedrängt und geschubst. Im zweiten Anlauf brach Tuffi durch die Seitenwand und sprang in die Wupper. Der Fall des Elefanten landete damals vor Gericht. Zum Glück für die Althoffs hatte Tuffi am Schalter ein Ticket gekauft. Somit hatten die Stadtwerke sie als Fahrgast anerkannt.

Dass Wuppertals neue Tuffi Schwebebahn fährt, schließt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer von WSW mobil, aus. „Schon aus Gründen des Tierschutzes kann ein Elefant nicht unser Fahrgast sein“, sagt Ulrich Jaeger.

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