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Tsorro aus Wuppertal ist die neue Partnerbörse für Manager und Unternehmen

Unternehmen : Tsorro ist die neue Partnerbörse für Manager und Unternehmen

Das Wuppertaler Start Up vermittelt seit 2019 Experten und Berater an Firmen aus der Automobil-Industrie.

Wer den Namen Tsorro hört, der hat fast automatisch Bilder des Filmhelden Zorro (auf Spanisch Fuchs) vor Augen. Helfer in der Not, die schlau wie ein Fuchs sind, vermittelt die digitale Plattform Tsorro an Unternehmen, die kurzfristig Interimsmanager und Berater suchen. Diese Helfer füllen als sogenannte Freelancer Vakanzen in den Betrieben aus oder werden dort für zeitlich begrenzte Projekte eingesetzt.

Das in Wuppertal gegründete Start Up Tsorro ist seit November 2019 am Markt und hat bereits einen Pool mit rund 10 000 Experten gebildet, die die 15 wichtigsten Unternehmenskategorien abdecken. Ein Schwerpunkt für Tsorro ist die Automobil- und Automobilzuliefer-Industrie. Tsorro wurde 2018 von Wolfgang Allmich und den beiden Co-Geschäftsführern Paul Sowa und Martin Kaluza gegründet. Allmich hat in Wuppertal Wirtschaftswissenschaften studiert, der gebürtige Wuppertaler Martin Kaluza studierte Nachrichtentechnik und ist Experte für digitale Prozesse. Paul Sowa ist ebenfalls gebürtiger Wuppertaler und hat Wirtschaftsinformatik studiert. Aktuell sind für die Tsorro Gmbh mit Sitz im W-tec an der Lise-Meitner-Straße 16 Mitarbeiter tätig.

Im Grunde funktioniert Tsorro auf jedem Smartphone wie eine der bekannten Partnervermittlungen. Tsorro selbst beschreibt sich als „Tinder für Freelancer“. Wobei der aktive Part hier zunächst bei den externen Spezialisten und Interimsmanagern liegt. „Die bei uns angemeldeten Freelancer haben Einblick in die Anfragen aus der Industrie. Die Freelancer wissen am besten, welche Projekte zu ihren Fähigkeiten, Kapazitäten und ihrem Terminkalender passen. Wir drehen den Matching-Prozess um“, sagt Wolfgang Allmich. Am Ende einer ersten Stufe der Auswahl steht eine Short-List geeigneter Kandidaten. Um für die Unternehmen eine Vergleichbarkeit der Bewerber herzustellen, wurde von Tsorro ein Interview-Leitfaden mit acht Fragen erstellt. Zusätzlich wird es bald ein Video-Tool geben, so dass auch die Möglichkeit der optischen und akustischen Präsentation besteht.

Tsorro steht in Konkurrenz zu traditionellen Anbietern

Tsorro steht in Konkurrenz zu traditionellen Anbietern von Interims-Managern, zu Online-Marktplätzen für Freelancer, Consulting-Netzwerken sowie Business- und Sozialen Netzwerken. Die Herzstücke Tsorros sind die selbst entwickelte App sowie ein Geschäftsmodell, das transparente und faire Abläufe bei der Bewertung der vermittelten Experten verspricht.

Es geht um einen heiß umkämpften Markt. Nach Angaben von Tsorro erzielen 43 000 freie Manager und Berater in Deutschland zurzeit einen Jahres-Gesamtumsatz von sechs Milliarden Euro, Tendenz steigend. Auf ganz Europa bezogen werden Umsätze von zwölf Milliarden Euro erzielt, weltweit sind es 30 Milliarden Euro. Die entscheidende Frage für viele externe Experten ist, welcher Anteil an ihren Tagessätzen von häufig mehr als 1000 Euro in den Taschen des Vermittlers landet. Wolfgang Allmich beschreibt einen ihm bekannten Fall, in dem der von einem Provider vermittelte Manager zufällig später erfahren hat, dass er mit 900 Euro pro Tag entlohnt wurde, während das Unternehmen die doppelte Summe an den Vermittler zahlte. Solche Abschläge bezeichnet Allmich als höchst schädlich für das Vertrauen in die Branche. Tsorro erhebt hingegen Vermittlungsgebühren von 10 bis 20 Prozent. Seit seiner Gründung hat das Startup bereits mehrere tausend Projekttage verkauft.

Der Zeitfaktor spiele eine entscheidende Rolle, so Wolfgang Allmich. Während etablierte Freelancer-Portale und Interim Provider sich auf die Übermittlung von Lebensläufen und Kandidatenprofilen beschränkten, erfolge bei Tsorro die Vorauswahl über einen digitalen und auf einen Algorithmus basierten Prozess. In Rekordzeit könnten die Unternehmen so den passenden Kandidaten finden, ihn bewerten und interviewen – alles über eine Plattform.

Als VW für ein in Not geratenes Zuliefererwerk in Brasilien dringend ein Interims-Management-Team mit Spezialisten für Kunststoff-Lackierprozesse suchte, sorgte Tsorro für das perfekte „Match“. Auf geschäftlicher Ebene ist die Win-Win-Win-Situation das Ziel von Tsorro. Und dafür scheinen die Wuppertaler mit ihrer Geschäftsidee und der Hilfe Künstlicher Intelligenz einen neuen Weg gefunden zu haben. Es muss ja nicht gleich Liebe sein – wobei dieser Spruch doch wohl besser zu Tinder passen würde.

Mehr Informationen unter

tsorro.com