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Trotz NRW-Kita-Öffnung appelliert Wuppertal: Kinder zu Hause lassen

Corona-Strategie : Trotz Kita-Öffnung in NRW appelliert Wuppertal: Kinder bitte zu Hause lassen

Ab Montag sollen wieder alle Kinder in NRW in Kitas betreut werden können - im eingeschränkten Pandemie-Betrieb. In Wuppertal lautet der Appell nun anders.

Ab Montag, 22. Februar, stehen die Kitas in NRW wieder allen Kindern offen. So sieht es das Phasenmodell von NRW-Familienminister Joachim Stamp vor. Der Appell des Landes, die Kinder möglichst zuhause zu betreuen, endet damit. Was bleibt, sind Einschränkungen im Betreuungsumfang um bis zu zehn Stunden die Woche und die strenge Trennung der festen Gruppen.

OB Uwe Schneidewind, Krisenstabsleiter Johannes Slawig und Gesundheitsdezernet Stefan Kühn wissen zwar um die doppelte und dreifache Belastung vieler Familien, bitten jedoch alle Eltern, denen es möglich ist, ihre Kinder weiterhin zuhause zu betreuen. Die Inzidenzlage und die Mutanten seien ein absolutes Alarmsignal in einer Lockdown-Situation, erklärt Slawig. „Dazu kommt: Die Mutanten, die wir auch in Wuppertal finden, scheinen unter Kindern und Jugendlichen besonders infektiös zu sein. So gab es in unserer Nachbarstadt Solingen bereits fünf Ausbrüche der britischen Mutante in Kitas. Eine derartige Entwicklung wollen wir, wenn irgend möglich, in Wuppertal unbedingt vermeiden.“

Gesundheitsdezernent Stefan Kühn richtet den Blick auch auf die Situation der Einrichtungen und Tagespflegepersonen: „Schutzmaßnahmen mit Abstand und Maske sind im Kontakt mit Kita-Kindern nicht umsetzbar. Unsere Erzieherinnen und Erzieher arbeiten im Wesentlichen ungeschützt. Wir begrüßen es daher sehr, dass das Land zwei PCR-Tests je Woche ermöglicht. Trotzdem fallen Beschäftigte aus den Risikogruppen weiterhin aus. Zudem erfordern die geschlossenen, strikt voneinander getrennten Gruppen einen höheren Personaleinsatz. Daher werden wir leider Betreuungseinschränkungen weiterhin nicht ausschließen können.“

OB Uwe Schneidewind betont: „Mütter und Väter, die weiterhin darauf verzichten, ihre Kinder zur Kita zu schicken, leisten einen kraftvollen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie – gerade angesichts der besorgniserregenden Entwicklung der Mutationen. Sie ermöglichen in dieser kritischen Phase lokal wieder steigender Inzidenzzahlen eine Betreuung der Kinder, deren Eltern aus beruflichen oder anderen Gründen unbedingt darauf angewiesen sind. Daher gilt ihnen unser ganz besonderer Dank.“

Kitas könnten bei steigenden Zahlen wieder geschlossen werden

Schneidewind, Slawig und Kühn begrüßten einhellig die Versicherung des NRW-Familienministers, bei wider Erwarten sprunghaft steigenden Infektionszahlen eine „Corona-Notbremse“ als „Plan B“ vorzuhalten, die auch wieder zu Kita-Schließungen und einer ganz eng begrenzten Notbetreuung führen könne: Auch wenn dies eine weitere Belastung der Familien bedeute, müsse die Bekämpfung der Pandemie oberste Priorität haben.

Corona in NRW: Kommunen dürfen im Rahmen ihrer Hotspot-Strategie von der Kita-Regelung abweichen

Kommunen, die ab der kommenden Woche keinen eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kita-Kinder anbieten wollen, müssen das mit den Gesundheitsbehörden abstimmen. Darauf hat das nordrhein-westfälische Familienministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf hingewiesen.

Ab dem 22. Februar gilt in NRW grundsätzlich landesweit ein eingeschränkter Regelbetrieb mit pauschal um zehn Wochenstunden reduzierter Betreuung in festen Gruppen. „Sofern eine Kommune ungeachtet dessen im Rahmen ihrer Hotspot-Strategie weitere individuelle Schutzmaßnahmen anordnen möchte, ist diese mit den Gesundheitsbehörden beziehungsweise dem Gesundheitsministerium abzustimmen“, teilte eine Sprecherin mit.

Das kürzlich vorgestellte Phasen-Modell des Ministeriums, das eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorsieht, beinhaltet auch eine „Corona-Notbremse“: Bei einem stetig steigenden Infektionsgeschehen erfolgt der Rückschritt in die vorherige Phase. Kommt es zu einem sprunghaften Anstieg des Infektionsgeschehens, können Kitas oder Kindertagespflegestellen regional oder auch landesweit geschlossen werden, und es erfolgt lediglich eine eng begrenzte Notbetreuung.

(red/dpa)