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Trotz Home-Office: Stromverbauch in Corona-Krise in Wuppertal gesunken

Umwelt : Trotz Home-Office: Stromverbauch in Corona-Krise in Wuppertal gesunken

Die Wuppertaler verbrauchen in Coronazeiten weniger Strom. Das liegt vor allem an den Firmen, wobei in Privaten Haushalten weniger Veränderungen zu verzeichnen sind.

Das Mittagessen wird statt in der Kantine in der eigenen Küche gekocht, die Arbeit findet am heimischen Computer statt und es gibt immer mehr Videokonferenzen. Dass viele momentan den ganzen Tag zuhause bleiben, lässt auch den Strom- und Wasserverbrauch steigen – könnte man meinen. Doch tatsächlich ist es eher andersherum.

„Die Pandemie ist auch beim Stromverbrauch ablesbar“, sagt Holger Stephan, Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Das ist aber besonders in Gebieten mit hohem Anteil an Gewerbekunden und Einzelhandel erkennbar – etwa in der Elberfelder Innenstadt. Weil Restaurants und Geschäfte zuletzt keinen normalen Betrieb fuhren, sei dort wesentlich weniger Strom verbraucht worden. „Der Stromverbrauch im Wuppertaler Netz hat sich deutlich reduziert“, sagt Stephan. In der zweiten Aprilwoche sei er um 20 Prozent niedriger gewesen als in der zweiten Märzwoche. Auch wenn in der ersten vollen Aprilwoche mit Karfreitag ein Feiertag lag, sei ein Rückgang um 20 Prozent weit überdurchschnittlich. In reinen Wohngebieten sei dagegen kaum ein Effekt erkennbar.

Ähnlich ist es beim Wasserverbrauch, wie Stadtsprecher Thomas Eiting vom Eigenbetrieb Wasser und Abwasser (WAW) berichtet: „Was die Menschen jetzt nicht am Arbeitsplatz verbrauchen, verbrauchen sie stattdessen zuhause“, sagt er. Der Verbrauch verlagere sich nur. Da nicht zwischen privaten und gewerblichen Verbrauchern unterschieden werde, könne man keine Bewegung ausmachen.

Verbraucherzentrale berät Bürger individuell

Wer seinen Verbrauch hinterfragen möchte, habe nun Gelegenheit dazu, meint Stefan Bürk, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Wuppertal. „Jetzt, da viele etwas mehr Zeit haben, können sie ihren Stromverbrauch einmal analysieren.“ Im Berufsalltag gehe das oft unter. Wie viel verbraucht der Haushalt eigentlich im Jahr? Ist das viel oder wenig? Man könne ein paar Tage den täglichen Stromverbrauch am Zähler ablesen und so Stromfresser ausmachen, sich dann Dinge angewöhnen, die auch nach der Coronakrise den Verbrauch senken.

Allgemeine Tipps zu geben, sei dagegen schwierig. „Das ist von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich“, so Bürk. Es komme etwa darauf an, welche Geräte - Kühlschrank, Drucker oder Computer - man benutze. Wer seinen Verbrauch sinnvoller gestalten will, könne auch jetzt die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen. Die Beratungen werden per Telefon oder Video-Anruf fortgeführt.