1. NRW
  2. Wuppertal

Trotz der Corona-Pandemie stabilisiert sich der Arbeitsmarkt weiter

Arbeitsmarktbericht Oktober : Arbeitslosenquote in Wuppertal sinkt von 10,8 auf 10,3 Prozent

Die Arbeitslosenquote in Wuppertal ist im vergangenen Monat von 10,8 auf 10,3 Prozent gesunken. Aktuell sind in Wuppertal 18 912 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 914 Personen oder 4,6 Prozent weniger als im Vormonat.

Die Arbeitslosigkeit Wuppertal und Solingen ist allerdings noch immer rund 30 Prozent höher als vor einem Jahr, in Remscheid liegt die Steigerung bei rund 15 Prozent.

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren in Remscheid und Wuppertal jeweils größer als die Zugänge in Arbeitslosigkeit. Mit dem Herbst kehrt laut dem Bericht der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal trotz der Corona-Krise die Dynamik in den Arbeitsmarkt zurück. So konnten im abgelaufenen Monat im Städtedreieck rund 1 900 zuvor Arbeitslose eine Beschäftigung aufnehmen, das sind fast 400 mehr als im Oktober 2019.

„Die Entwicklung der Stellenangebote im Städtedreieck bleibt uneinheitlich. Während in Solingen gegenüber dem Vormonat deutlich mehr Stellen gemeldet wurden, blieben sie in Remscheid und vor allem in Wuppertal unter dem Vormonatsniveau“, beschreibt Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck.

Die Corona-Pandemie hat auf dem Arbeitsmarkt tiefe Spuren hinterlassen. Vor einem Jahr verzeichnete Wuppertal noch eine Arbeitslosenquote von 8,0 Prozent. Kurzarbeit hat dazu beigetragen, einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Von Anfang März bis Ende Oktober sind in der Agentur für Arbeit Wuppertal insgesamt rund 3 500 Anzeigen auf Kurzarbeit für rund 51 000 Personen eingegangen. Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit liegen aber noch nicht vor.

Aktuell kommt es zu bei der Arbeitsagentur zu Verzögerungen im Hinblick auf die für September gestellten Anträge auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld (Kug). Hintergrund ist ein erhöhtes Aufkommen an Anzeigen. Viele Betriebe hatten im Frühjahr für einige Monate Kurzarbeit angezeigt. Die seinerzeit bewilligten Kug-Zeiträume enden jetzt verstärkt. Viele Unternehmen müssen deshalb Verlängerungsanzeigen stellen, was zu einem erhöhten Bearbeitungsvolumen geführt hat. Hierüber hinaus wurden zur Vermeidung von Leistungsmissbrauch die Prüfroutinen bei Anzeigen und Anträgen verstärkt

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 31 092 Personen. Das sind 391 Personen weniger als im Vormonat, und 2 607 Menschen (+9,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Aktuell sind 2 114 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 169 Jugendliche weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 498 Personen (+30,8 Prozent) gestiegen, was im wesentliche Schulabgänger betrifft und saisonale Gründe hat.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich gestiegen. Aktuell sind 7 252 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Hier schlägt die Corona-Pandemie voll durch, da in einer Krise besonders Menschen mit geringer Qualifikation oder ohne Ausbildung vom Verlust des Arbeitsplatzes betroffen sind. Es sind 2 288 (+46,1 Prozent) Personen mehr als vor einem Jahr auf längere Zeit ohne Arbeit. . Von den Langzeitarbeitslosen werden 86,4 Prozent (6 268 Personen) in der Grundsicherung betreut.