Trauer: Trauer um Günter Twardella in Ronsdorf

Trauer : Trauer um Günter Twardella in Ronsdorf

Der langjährige Pfarrer starb Ende Dezember. Kurz vorher hatte er sein jüngstes Buch veröffentlicht.

Die evangelisch-reformierte Gemeinde Ronsdorf trauert um Pfarrer Günter Twardella. Bereits am 27. Dezember des abgelaufenen Jahres starb er im Alter von 87 Jahren in Ronsdorf.

Von 1967 bis 1996 war Günter Twardella als Pfarrer der Reformierten Gemeinde in Ronsdorf tätig. Während dieser Zeit gestaltete er nicht nur das Leben der Gemeinde mit, sondern beschäftigte sich auch engagiert mit deren Geschichte. Twardella studierte die unterschiedlichsten Quellen, wertete sie aus und hielt seine Erkenntnisse in Büchern fest. Viele Jahre lang stand Twardella an der Spitze des Historischen Arbeitskreises, bevor er die Leitung vor einigen Jahren schließlich in die Hände von Uwe Luckhaus und Horst Röttger gab.

Wie der Ronsdorfer Bürgerverein in einem Portrait auf seiner Homepage schreibt, wurde Günter Twardella 1931 in Siegen geboren. Nach dem Abitur 1952 entschloss er sich, Theologie zu studieren. Twardella studierte von 1952 bis 1957 an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal sowie an den Universitäten Tübingen und Bonn. Mit seiner Frau Carola bekam er fünf Kinder: Barbara, Angelica, Johannes, Friedrike und Dorothee.

In seinen Forschungen widmete sich Günter Twardella besonders dem Geheimnis um die verschollene „Hirtentasche“ Elias Ellers, von der erstmals 1860 der Kirchenhistoriker Max Goebel sprach. Nach seiner Darstellung hatte Ronsdorfs Gründer Elias Eller in einem so betitelten Buch die Visionen seiner Frau Anna von der Wiederkehr Christi niedergeschrieben und diese Texte um Ereignisse aus dem Tagesgeschehen der reformierten Gruppierung ergänzt. Das Original gilt als verloren. Aus einem Nachlass bekam Twardella 2008 ein Manuskript, das offenkundig eine Abschrift von Teilen der Hirtentasche darstellt. Noch kurz vor seinem Tod veröffentlichte er ein Buch zu dem Thema.

Die Trauerfeier für den langjährigen Pfarrer war am Samstag in der reformierten Kirche an der Kniprodestraße. Anschließend wurde Günter Twardella auf dem reformierten Friedhof an der Staubenthaler Straße beigesetzt. gasch

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