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Utopiastadt: Trassenrave und -jam ziehen ins und ans Zirkuszelt

Utopiastadt : Trassenrave und -jam ziehen ins und ans Zirkuszelt

Utopiastadt: Im Zelt haben die ersten Veranstaltungen stattgefunden. Offen ist noch, ob es über den Winter stehen bleibt.

Die Feuertaufe ist bestanden, die ersten Veranstaltungen haben im Zirkuszelt am Bahnhof Mirke bereits stattgefunden. „Und es ist sehr gut gelaufen“, sagt Johannes Schmidt, bei der Utopiastadt für die Organisation mitverantwortlich. „Ausverkauftes Zelt“ hieß es bei der Lesung von Patrick Salmen und auch das Konzert mit Horst Wegener sei ein voller Erfolg gewesen. Auch in den Sozialen Netzwerken freuten sich viele über den neuen Veranstaltungsort. Am 15. Juni steht dort das erste vegane Foodfestival am Bahnhof Mirke an (siehe Kasten). Alles aber nur Aufgalopp: Richtig voll dürfte es ab am 6. Juli mit dem Trassenrave und am 3. August mit dem Trassenjam werden. Beide Events werden im und ums Zelt herum stattfinden — also nicht mehr direkt gegenüber des Bahnhofsgebäudes.

Nach dem Abbruch in 2018
ziehen die Veranstaltungen um

„Das war nach den Erfahrungen aus dem letzten Jahr ohnehin angedacht“, sagt Schmidt. Schon länger habe es deshalb Gespräche mit der Stadt gegeben. Der Jam musste nämlich 2018 wegen zeitweiliger Überfüllung vorzeitig abgebrochen werden. In diesem Jahr wollten die Utopisten besser vorbereitet sein. Dass nun auch das 450 Quadratmeter große Zelt zur Verfügung steht, „ist eher ein Zufall gewesen“, so Schmidt. Als die Utopisten erfahren hatten, dass der Zirkus Casselly ein neues Zelt kauft und sich von seinem alten trennt, „haben wir zugegriffen“. Innerhalb von einer Woche gingen Kauf und Aufbau über die Bühne.

Ein bisschen Arbeit stand an, unter anderem musste ein Boden verlegt werden — und aktuell läuft der Antrag auf Baugenehmigung. Denn solch ein Zelt gilt im Prinzip als Bauwerk, erst recht, wenn es dauerhaft stehen soll, heißt es dazu aus dem Rathaus. Auch müssten noch kleinere veranstaltungstechnische Fragen geklärt werden. „Wir stoßen da aber auf offene Ohren“, sagt Schmidt. Auch die Stadt finde die Entwicklung rund um Utopiastadt gut. Offen ist derzeit aber noch, ob das Zelt auch über den Winter stehen bleiben wird. Aus statischen Gründen dürfte eigentlich kein Schnee auf den Dachflächen liegen bleiben. Um das zu verhindern, müsste aber eine Zeltheizung angeschafft werden. Die und auch der Betrieb kosten Geld. „Wir müssen gucken, ob sich das lohnt.“

Für die beiden Großveranstaltungen, die nun im Sommer anstehen, sei das Zelt ein perfekter Ort, sind die Macher überzeugt. Zudem sei man mit Jam und Rave etwas weiter weg vom Engpass direkt am Bahnhof. Dort gab es über Stunden kaum ein Durchkommen auf der Trasse. Zwar gab es viele Stimmen, die das locker sahen, da solche Termine ja eine absolute Ausnahme seien. Am neuen Standort werde sich das Publikum aber besser verteilen können, hofft Schmidt. Zudem sei es mit den Ausgängen einfacher zu regeln.

Dass auch die Nachbarschaft, etwa von der Mirker Straße mit Argusaugen und manchmal durchaus kritisch auf die Veranstaltungen rund um den Bahnhof Mirke schaut, wissen auch Schmidt & Co. Die Beschwerden zum Beispiel wegen Lärm seien aber deutlich zurückgegangen. Auch beim Konzert von Horst Wegener habe man „um Punkt 22 Uhr aufgehört“.

Thomas Kring, der für die SPD in der Bezirksvertretung Elberfeld und im Stadtentwicklungsausschuss sitzt, findet das Zirkuszelt „spannend“. Überhaupt sei das, was sich an der Mirke tue, beachtlich, sagt er und lobt, „dass Utopiastadt austestet, was möglich ist“. Der Weg sei in diesem Fall das Ziel. „Ich bin gespannt, was noch kommt.“