Toter im Schacht: Polizei ermittelt zwei Tatverdächtige

Toter im Schacht: Polizei ermittelt zwei Tatverdächtige

Ein 47-Jähriger und eine 41-Jährige sind derzeit auf der Flucht.

Wuppertal. Die Polizei hat einen Mann und eine Frau ermittelt, die in Verdacht stehen, den 83-Jährigen getötet zu haben, dessen Leiche in einem Luftschacht einer Parkgarage am Einkaufszentrum Röttgen gefunden wurde. Das zuständige Amtsgericht erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehle. Das teilten am gestrigen Donnerstag die Ermittler mit.

Nach den Erkenntnissen der Mordkommission „Schacht“ kannten sich Täter und Opfer. Noch bevor der alleinlebende Mann am 4. April durch eine Anwohnerin tot im Schacht aufgefunden wurde, waren die mutmaßlichen Kriminellen auf der Flucht. Die Fahndungsmaßnahmen der Polizei dauern an.

Zuletzt hatte die Polizei Videomaterial aus einem Bus ausgewertet, mit dem der Wuppertaler noch einen Tag, bevor seine Leiche entdeckt wurde, unterwegs war. „Auf unseren Aufruf hatten sich mehrere Zeugen gemeldet, die mit dem Opfer im Bus gefahren sind“, berichtete die zuständige Staatsanwältin Dorothea Tumeltshammer der WZ. Umfangreiche Befragungen und Vernehmungen, die Auswertung von Spuren sowie weitere Ermittlungsmaßnahmen führten die Mordkommission schließlich zu einem 47-jährigen Mann und einer 41-jährigen Frau, die nun nicht mehr auffindbar sind.

Bislang ist noch immer nicht öffentlich bekannt, wo und wann der 83-Jährige gewaltsam zu Tode kam. Auch über das Motiv möchten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht sprechen. „Aus ermittlungstaktischen Gründen“ gibt es zum jetzigen Zeitpunkt gar keine weiteren Informationen.

Die Identität des Mannes konnte zunächst über Wochen nicht geklärt werden, weswegen eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Bild des Toten erfolgte und Plakate in der Umgebung verteilt wurden. Zeugen berichteten der Polizei unter anderem von lautstarken Streitereien in den beiden Nächten vor dem Leichenfund.

Ursprünglich gingen die Ermittler davon aus, dass das Opfer zwischen 40 und 60 Jahre alt war. Seine Verletzungen deuteten von Anfang an auf ein Gewaltverbrechen hin.

Mehr von Westdeutsche Zeitung