Tödliche Attacke mit Messer und Schwert in Wuppertal vor Gericht

Prozess : Tödliche Attacke mit Messer und Schwert vor Gericht

Zwei Männer (23, 29) sollen 2017 am Kipdorf einen 31-Jährigen erstochen haben. Nach der Tat waren sie in die Ukraine geflohen.

Am 1. August 2017 wurden an der Straße Kipdorf ein 31-jähriger Mann und sein 25-jähriger Bruder in einer Hofeinfahrt niedergestochen. Die Bluttat an der belebten Straße an einem Nachmittag hatte großes Entsetzen ausgelöst. Der 31-Jährige erlag am Tatort seinen Verletzungen. Knapp zwei Jahre später wurde nun am Montag vor dem Wuppertaler Landgericht das Schwurgerichtsverfahren gegen zwei Männer im Alter von 23 und 29 Jahren eröffnet.

 In dem Fall war bereits im vergangenen Jahr ein Urteil gegen zwei Jugendliche (14, 16) ergangen. Wegen Totschlags und versuchten Totschlags wurden sie zu jeweils neuneinhalb Jahren Jugendgefängnis verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Als dieses Urteil verhängt wurde, waren die beiden, jetzt vor Gericht stehenden Angeklagten noch auf der Flucht. Zielfahndern des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen gelang es dann aber, die Tatverdächtigen in der Ukraine aufzuspüren. Die Festnahme nahmen ukrainische Sicherheitskräfte vor. Anfang Februar dieses Jahres wurden die beiden Männer nach Deutschland ausgeliefert und Anklage gegen sie erhoben.

Die beiden Männer sollen, gemeinsam mit den beiden Jugendlichen, mit Schwertern und Messern auf die zwei Opfer eingestochen haben, nachdem sie sie unter einem Vorwand in eine Hofeinfahrt gelockt hatten. Tatmotiv soll der Streit um eine Shisha-Bar gewesen sein. Ein zufällig vorbeikommender Arzt hatte vergeblich versucht, einen der Verletzten wiederzubeleben.

Angeklagte bestreiten
einen geplanten Überfall

Die Angeklagten bestritten am ersten Prozesstag, dass es einen geplanten Überfall auf die beiden Opfer gegeben habe. Ein Angeklagter räumte einen Messerstich in die Schulter eines Opfers ein. Er habe ihn aber auf keinen Fall töten wollen, deshalb auch „nur“ in die Schulter gestochen.

2017 hatte die Wuppertaler Staatsanwaltschaft die Beziehung zwischen den Opfern und den vermeintlichen Tätern folgendermaßen beschrieben: Die festgenommenen Jugendlichen sind Brüder. Es handelte sich offenbar um einen Konflikt zwischen zwei Familien, der wohl schon länger dauerte. Offenbar sei es dabei auch um geschäftliche Interessen gegangen. Es gebe aber keine Erkenntnisse, dass es um illegale Geschäfte ging.

Die beiden Opfer stammten aus dem Irak, die mutmaßlichen Täter waren Syrer – sowohl die beiden 14 und 16 Jahre alten Jugendlichen als auch die beiden 23 und 29 Jahre alten Männer. Die beiden Jugendlichen sind ebenso wie die beiden Opfer Brüder. Die beiden Erwachsenen seien nicht mit den Jugendlichen verwandt, sondern nur bekannt. Die Jugendlichen und einer der gesuchten Männer sind anerkannte Flüchtlinge, bei dem zweiten Mann mussten die Ermittler den Status noch klären.

In dem Schwurgerichtsverfahren vor dem Wuppertaler Landgericht sollen weitere Zeugen gehört werden und zur Klärung beitragen. Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa/ab

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