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WZ Wissen: Tobias Beck sucht den Superstar

WZ Wissen : Tobias Beck sucht den Superstar

Der Motivator zeigte, warum das persönliche Umfeld über Glück und Erfolg entscheidet.

Von Julia Wessel

„Wer von euch hat manchmal mit schwierigen oder komplizierten Menschen zu tun?“ Unzählige Hände schießen nach oben. „Diejenigen, die sich jetzt nicht gemeldet haben, das sind diese schwierigen Menschen.“ Gelächter, das Eis ist gebrochen. Speaker und Motivationstrainer Tobias Beck gastierte am Mittwochabend bei der Vortragsreihe WZ Wissen in den voll besetzten Räumlichkeiten des Mitveranstalters Barmenia in der „schönsten Stadt Deutschlands“ — denn Beck ist selbst in Wuppertal geboren und aufgewachsen. Gespickt mit persönlichen Anekdoten und lebensnahen Beispielen veranschaulichte er auf humorvolle Weise, warum es wichtig ist, mit welchen Menschen wir uns umgeben.

„Bewohnerfrei — Wer sind die Superstars des Lebens?“ lautete der Titel des Programms. Hintergrund ist ein Modell, das vier Menschentypen unterscheidet, wobei die titelgebenden „Bewohner“ in Becks Vortrag keine Gnade fanden. Denn diese sind ausschließlich physisch anwesend, haben immer etwas zu meckern und wollen mit ihrer Negativität Aufmerksamkeit erzeugen. Die perfekte Antwort auf Ansprachen von Bewohnern ist für Tobias Beck: „Für dieses Gespräch stehe ich nicht zur Verfügung!“ Angenehmere Menschen sind die „Ameisen“, Arbeiter, die ein ganz normales Leben führen wollen. Die dritte Kategorie ist die der „Diamanten“, die wissen, dass es im Leben auch mal schwierig werden kann und die bereit sind, sich „vom Leben schleifen zu lassen“. „Das ist kein Glücksplanet hier, das ist ein Abenteuerplanet“, erinnerte Tobias Beck sein begeistertes Publikum.

An der Spitze des Modells stehen die „Superstars“, die deshalb erfolgreich sind, weil sie sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch andere pushen. Tobias Beck hat in seinem Leben schon einige Superstars getroffen, sei es die Lehrerin der fünften Schule, die endlich etwas in ihm sah, oder die alte Dame, die ihm einen bewegenden Brief hinterließ. Superstars sind die besten Zeitgenossen, weil „du die Summe der Menschen bist, mit denen du dich umgibst“, so Beck. Verbringen Menschen viel Zeit mit Superstars, werden sie selbst zu welchen.

Ebenso verhält es sich mit den anderen Kategorien. Als verantwortlich dafür nannte Beck die Spiegelneuronen, die im Gehirn für die Adaption von Verhaltensweisen zuständig sind. Besonders wichtig sei ein positives — bewohnerfreies — Umfeld für noch ungefiltert Verhalten spiegelnde Kinder. Darum: „Bis die Brut schläft, ist Disneyland angesagt!“

Dann wurden Ballons im Publikum verteilt. „Stell dir vor, du bist auf einer Hochzeit“, begann Beck die Veranschaulichung des Modells, während überall im Saal bereits aufgepustet wurde. „Wir besuchen jetzt nacheinander eine Bewohner-, eine Ameisen-, eine Diamanten- und eine Superstarparty.“ So begann das Publikum, sich zunächst lautstark zu beschweren, dann verhalten zu schnipsen und zu summen, um schließlich aufzustehen und letztendlich mit Jubel und Tanz die Ballons gen Decke zu schicken. Dass die Superstarparty die beste war, ließ sich nicht bestreiten.

Aber warum ist das so wichtig? „Wenn dir heute jemand den Stecker ziehen würde, wärst du zufrieden mit dem, was du jetzt grade machst?“, fragte Beck. 65 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer hätten mental bereits gekündigt. Dabei brauche es zum privaten wie beruflichen Erfolg eigentlich nur eine Eigenschaft: Begeisterungsfähigkeit. Oder, wie Becks Oma immer gesagt haben soll: „Wenn du zum Mond willst und am Baum hängenbleibst, dann bist du schon einen ganzen Schritt weiter.“