Theaterfest zeigt die Arbeit der Wuppertaler Bühnen im Zeitraffer

Familienfest : Theaterfest zeigt die Bühnen im Zeitraffer

Das Publikum erlebte im Schnelldurchgang, was die Kultur in Wuppertal leisten kann.

Das Plakat zieren bunte Luftballons, im Opernhaus leuchten sie den Besuchern in vielen Farben entgegen und fordern auf „Raus aus dem Alltag – Rein in die neue Spielzeit.“ Das fiel nicht schwer, denn die Sommerpause ist vorbei und nicht nur Theater- und Opernfreunde fanden sich zahlreich zum Theaterfest ein.

Schauspieler in bunten Kostümen begrüßen sie und machen Lust auf die kommende Saison. Auf den Gängen, in den Foyers und auch hinter den Kulissen war einiges los. Führungen durch das Opernhaus bescherten manchem Besucher neue Einblicke. „Toll was man alles zu sehen bekommt, das ist ja sonst nicht möglich“, sagte eine zufriedene Teilnehmerin, während Mitglieder des Sinfonieorchesters Wuppertal im Kronleuchterfoyer Musik vorführten und im Kleinen Foyer eine „Show-Spiel-Bar“ mit Mitgliedern des Schauspielensembles lockte. „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ heißt es bei Alexander Peiler, der ausgewählte Sprüche von Fußballspielern zitiert – zum Beispiel „I look not back. I look in front“ aus dem Mund von Lothar Matthäus oder gemäß Matthias Sammer: „Das nächste Spiel ist immer das Nächste“.

Danach unterhielt Martin Petschan mit einem Aufklärungsseminar zum Thema „Angewandte Höflichkeit.“ Falsch machen konnte man danach wohl nichts mehr.

Wie immer voll besetzt waren die Ränge vor der großen Bühne, denn Thomas Braus lud als Hausmeister Pfeiderle zur Fundusversteigerung. „Ist das für einen Mann oder eine Frau“, will eine Besucherin bei einem Mantel aus der Oper „Tosca“ wissen. „Wir leben in Zeiten der Diversität“, kontert Braus augenzwinkernd, zwängt sich aber zur Anschauung in den zu engen Umhang. Zum Vergnügen des Publikums bleibt dabei leider die schicke grüne Hose seines Anzugs auf der Strecke und bedankt sich mit einem Riss. Braus hüllt sich in einen großen grauen Rock und weiter geht es. Dekorationsgegenstände aus der „Rocky Horror Picture Show“ finden ihre Abnehmer, über „Ritter Rost“ als Hampelmann freuen sich zwei Jungs und auch das Halloweenkostüm für Kinder wird verkauft. „Oh“ und „Ah“ erklingt es bei den wallenden weißen Gewändern. „Die sind auch multisexuell“, findet Braus und für die Verkleidung als Weihnachtsengel super geeignet. Eine Seitentür öffnet sich und weitere Teilnehmer einer Führung gehen staunend über die Bühne.

Klaus und Rita Stange finden sich zur Kaffeehausmusik im Erfrischungsraum ein. „Toll der Gesang“, sagen sie und genießen musikalischen Darbietungen. Natürlich wurden auch die kleinen Gäste nicht vergessen, sind sie doch die Besucher von morgen. Spielmobile, Kinderschminken, Instrumente zum Ausprobieren, sie waren begeistert dabei. Hier wurde in eine Flöte geblasen, dort eine Geige probiert und auf dem Vorplatz lockten Kostüm- und Perückenstände zum Verkleiden.

Zum großen Abschluss gab es eine Spielzeitgala, die mit Kostproben aus Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester einen Vorgeschmack geben sollte. Ein kleiner Zeitraffer der kommenden Spielzeit, damit man, den Luftballons gleich, sich aus dem Alltag hoch in die Lüfte schwingen und die vielen schönen Angebote genießen kann.

Mehr von Westdeutsche Zeitung