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Langerfeld.: Textil-Firma ist derzeit gefragt - und hilft auch Wuppertal

Langerfeld. : Textil-Firma ist derzeit gefragt - und hilft auch Wuppertal

Das Langerfelder Unternehmen Dieckhoff produziert Kleidung und Wäsche für Kliniken und hat aktuell jede Menge zu tun.

„Wir haben derzeit alles mobilisiert, was eine Nähmaschine hat.“ Martin Dieckhoff, Geschäftsführer des Textilunternehmens Karl Dieckhoff GmbH & Co. KG in Langerfeld, hat in der aktuellen Coronakrise alle Hände voll zu tun. Die Firma produziert Textilien für das Gesundheitswesen von der Bettwäsche bis zur Kleidung für Ärzte und Pfleger. Und ganz neu: mehrfach verwendbare Mund-Nase-Schutzmasken. Die und Schutzkittel sind im Moment besonders gefragt.

Die Textilindustrie ist international, die Produkte reisen durch mehrere Länder, bevor sie verkauft werden. „Wir haben Fertigungsstätten in ganz Europa“, berichtet Martin Dieckhoff, er spricht von Polen, Bosnien und Serbien, auch Indien und Pakistan. Die in Asien hergestellten Textilien würden dann noch in Europa gefärbt oder mit Ausrüstung versehen. Die Transportwege sind aber aktuell beschwerlicher als sonst – wegen der Grenzkontrollen brauchen Lieferungen länger: „Das ist alles sehr schwierig zu steuern.“

Und dann braucht er mehr Kapazitäten, um die aktuelle Nachfrage zu bedienen. „Gerade haben wir jemanden in Mazedonien gewinnen können“, erzählt er. In der Fabrik würden sonst Blusen und Hemden genäht, doch da die Modebranche aktuell brach liege, sei man über den Auftrag für Schutzkittel und Mund-Nase-Schutzmasken erfreut gewesen.

3000 Schutzkittel
für die Stadt Wuppertal

Die Schutzmasken sind etwas Neues: „Das ist eigentlich ein Einwegprodukt“, erklärt Dieckhoff. Sein Unternehmen produziere aber grundsätzlich Mehrweg-Produkte. Die seien jetzt als Alternative zu den Masken aus China gefragt. Ähnlich sei es bei den Schutzkitteln. Auch die würden häufig als Einwegvariante gekauft, weil die ein wenig billiger sei. Aber eine Menge Müll ergebe, wie Diekchoff betont, der sich für ökologische Produkte engagiert. So manche Klinik müsse täglich zwei Tonnen Müll entsorgen.

Mehrweg-Masken und -Kittel können gereinigt und gegebenenfalls erneut flüssigkeitsabweisend ausgerüstet werden. „Wäschereien für Kliniken könne so etwas. Die Infrastruktur dafür ist vorhanden“, versichert der Textil-Fachmann.

Mit der Produktion seien sie aktuell „fast am Anschlag“. Sie arbeiteten gerade Aufträge aus ganz Deutschland ab. Dabei sei seine Hauptaufgabe zu telefonieren. Denn er muss versuchen, den aktuellen Bedarf mit den langfristigen Bestellungen überein zu bringen. Die Produktion von normaler Klinik-Kleidung könnten sie nur in Absprache mit den jeweiligen Kunden zurückfahren. „Wenn ein Kunde OP-Kleidung und Masken bestellt, hat, kann ich das mit ihm besprechen, aber ich kann schlecht einen Auftrag zurückgeben.“

Einen Auftrag hat er jetzt auch von der Stadt Wuppertal: Er wird 3000 Schutzkittel liefern. „Ich bin mit Leib und Seele Wuppertaler“, sagt Dieckhoff. „Wenn ich der Stadt helfen kann, tue ich das gern.“ Mund-Nase-Schutzmasken wollte die Stadt vorerst nicht, weil die vor allem in Altenheimen gebraucht werden, denen aber die nötige Wäschereien fehlen.