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Verkehr: Tempo-30-Zone für den Röttgen geplant

Verkehr : Tempo-30-Zone für den Röttgen geplant

Stadt ist offen für Vorschlag der Bürger und der Bezirksvertretung.

Die Straße Röttgen dürfte demnächst zur Tempo 30-Zone werden – auf ganzer Länge. Das ist die Folge der Vorlage für die Einrichtung von Tempo 30-Strecken vor schützenswerten Einrichtungen.

Die geht seit Februar durch die Gremien und hat schon für einiges Aufsehen gesorgt, etwa weil an der Junior Uni ursprünglich eine solche Verkehrsberuhigung nicht vorgesehen war, die Straße Am Brögel kein Tempo 30 bekommen sollte.

Was den Röttgen angeht, hat der Vorsitzende des Bürgervereins Uellendahl, Guido Gehrenbeck (der auch für die SPD in der Bezirksvertretung sitzt) angemerkt, dass die vorgesehene neue Tempo 30-Strecke von 300 Metern nur wenige Meter von der ohnehin vorhandenen 30er-Zone entfernt endet. „Das sind gefühlte 50, 60 Meter“, sagt er. Es sei doch unschön, wenn man kurz vor der S-Kurve beschleunigen dürfe, dann wieder abbremsen müsse. „Das kann man doch keinem erklären“.

Aus Sicht der Stadt
spricht nichts dagegen

Hintergrund ist die „Novellierung der Straßenverkehrsordnung zu § 45 Abs. 9 der StVO“: Erstmals können Kommunen auch auf Straßen des überörtlichen Verkehrs – umgangssprachlich Hauptstraßen –

vor sozialen Einrichtungen Geschwindigkeitsbeschränkungen, also Tempo 30, einrichten. Bestimmte Voraussetzungen, etwa viel Verkehr im direkten Einzugsbereich, müssen erfüllt sein.

Der Röttgen soll eine der vorgesehen Strecken sein, weil dort gerade die neue Kita im Bereich des ehemaligen Blumengeschäfts entsteht.

Die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg hat im Januar schon darum gebeten, die gesamte Straße zur Tempo 30-Zone zu machen – um die kurzen Abstände zu vermeiden. Ebenso wurde angeregt, die vorgesehene zeitliche Begrenzung (Montag bis Freitag 7 bis 17 Uhr) aufzuheben.

In der Sitzung habe eine WSW-Mitarbeiterin aber angemerkt, dass das für den Busverkehr nicht so gut sei, berichtet Gehrenbeck. WSW-Sprecher Holger Stephan erklärt ohne spezifischen Bezug zum Röttgen, dass Tempo-Beschränkungen immer auch Einfluss auf den Fahrplan hätten.

Dennoch sagt die Stadt auf Anfrage, dass der Bereich Verkehrslenkung für die Vorschläge offen sei. „Es spricht nichts gegen eine Verlängerung der Tempo 30-Strecke“, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting. Aus Sicht der Stadt mache das Sinn. Zumal man auch Schilder spare, wenn man einfach eine Tempo 30-Zone ab der Uellendahler Straße ausschildere.

Entscheiden sollte der Verkehrsausschuss am 23. April – falls er stattfindet. Zuletzt hatte die Stadt gemeldet, dass Fachausschüsse wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit abgesagt seien, da die fachliche Beratung und Diskussion im Stadtrat stattfinden könnten.