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Teilerfolg für Anwohner: Mehr Tempo 30 an der Hainstraße in Wuppertal

Verkehr : Teilerfolg für Anwohner: Mehr Tempo 30 an der Hainstraße

Anwohnerinitiative freut sich über die Maßnahme. Sie hätte sich das Limit für die gesamte Strecke gewünscht. Dafür werden jetzt Nebenstraßen einbezogen.

Die Stadt erweitert die Tempo-30-Zone auf der Hainstraße. Bislang galt das Limit nur in zwei Teilbereichen, am Bethesda-Krankenhaus und an der Grundschule. Zukünftig ist auch auf dem Stück zwischen der Einmündung Bremer Straße und Hainstraße 100 nur noch „30“ erlaubt, sowie auf dem ersten Abschnitt von der August-Bebel-Straße aus. Außerdem werden mit der Bremer, der Greifswalder und der Stralsunder Straße mehrere Seitenstraße in die Tempo-30-Zone aufgenommen.

Ab 11. November wird die Hainstraße bis Juli 2020 saniert

Bis zur Umsetzung wird es allerdings noch etwas dauern. Zunächst steht die Sanierung der Hainstraße an. 290 000 Euro investiert die Stadt unter anderem in lärmmindernden Asphalt. Die Anwohner sollen noch in dieser Woche einen Flyer erhalten, der über die umfangreichen Arbeiten informiert. 2500 hat die Stadt gedruckt. „Es ist schon ein große Zahl von Betroffenen“, sagt Thorsten Wagner, Abteilungsleiter im Ressort Straßen und Verkehr der Stadt. Im Zuge der Sanierung, die am 11. November beginnen und im Juli 2020 abgeschlossen sein soll, wird auch ein Schutzstreifen für Fahrradfahrer angelegt.

Erst nach dem Abschluss der Baustelle, die über die Hainstraße „wandern“  und für Sperrungen und Umleitungen sorgen wird, tritt dann vermutlich auch die Tempo-Neuregelung in Kraft, so Wagner.

Während der Abteilungsleiter diese einen guten Kompromiss nennt, spricht Rainer Wolf-Schatz, Mitglied der Anwohnerinitiative, von einem „Teilerfolg“. Eigentlich hätten sich die Anwohner Tempo 30 für die gesamte Hainstraße gewünscht. Er begrüße die umfangreiche Prüfung und auch, dass in einigen Bereichen nun langsamer gefahren werden muss. Ganz nachvollziehen könne er aber nicht, wieso zum Beispiel in Höhe des Friedhofs Bredtchen weiter Tempo 50 gilt. Schließlich gebe es davor noch eine recht scharfe Kurve.

Überhaupt sei die Hainstraße mit ihren vielen Ausfahrten nicht ohne. Da sich einige Autofahrer schon nicht an die vorgebenden „50“ halten würden, sei das Rauskommen für die Anwohner mitunter schwierig. In dem Bereich, wo weiter 50 gefahren werden darf, liege zum Beispiel auch die Einmündung zum Neubaugebiet am Hainbuchenweg.

Mit dem neuen Asphalt, so die Befürchtung, werde es mit der Raserei noch schlimmer. Für viele, so Schatz, sei die Hainstraße aber schon längst die Ausweichroute zur Nevigeser Straße geworden.

Eine komplette Durchsetzung der Tempo-30-Zone ist nicht möglich

„Es ist eine Hauptverkehrsstraße“, macht auch Thorsten Wagner deutlich. Das sei auch der Grund, weshalb eine komplette Tempo-30-Regelung nicht durchsetzbar sei. Die Reduzierung sei nur dann möglich, wenn eine besondere Gefahrenlage vorliegt oder sich an der Straße eine schützenswerte Einrichtung wie Schulen, Kindergärten oder Krankenhäuser befänden. Deshalb habe man den Bereich ausgedehnt, weil auf Höhe der Bremer Straße noch ein Seniorenheim liegt. Weitere schützenswerte Einrichtungen, die dann noch nicht über eine Temporeduzierung verfügen, gebe es aber nicht, so Wagner.

Die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg schloss sich in ihrer jüngsten Sitzung der Argumentation der Stadt an. Auch in dem Gremium, so war zu hören, gab es schon vor der ausführlichen Begründung der Verwaltung doch einige Stimmen, die ebenfalls eine komplette Tempo-30-Zone auf der Hainstraße kritisch sahen. Mit der jetzigen Lösung könne man aber gut leben.

Einen Auftrag gab die BV aber noch an die Verwaltung weiter, wie der stellvertretende Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Lüppken erklärte. Sie solle prüfen, ob nicht noch ein weiterer Zebrastreifen angelegt werden kann.