Taxifahrer unter Druck: Der Kuchen wird immer kleiner

Taxifahrer unter Druck: Der Kuchen wird immer kleiner

Kurze Fahrten, lange Wartezeiten, Wuppertals Droschkenkutscher sind frustriert. Am Wochenende eskalierte ein Streit.

Wuppertal. Es ist ein harter Konkurrenzkampf unter den Fahrern, die allzu oft wenig Geld trotz sehr langer Arbeitszeiten verdienen. Und manchmal entlädt sich der Frust in handfestem Streit. So am Wochenende vor dem Hauptbahnhof, als ein Wortgefecht eskalierte. Ärger um die Reihenfolge der Taxen soll laut Information der Bundespolizei der Auslöser für den handfesten Streit gewesen sein.

Am Samstag gegen 22.30 Uhr gerieten die zwei Taxifahrer (31, 49) aneinander - der 31-Jährige schlug seinen Kontrahenten dabei mit einem Bambusstock auf den Kopf. Der 49-Jährige erlitt Platzwunden am Hinterkopf und im Wangenbereich.

Für die Bundespolizei ein Ausnahmefall. "Es gibt ab und an lautstarke Diskussionen, doch so etwas Heftiges haben wir noch nicht erlebt", sagt ein Sprecher. Auch Nico Höttges vom Vorstand der Taxi-Zentrale Wuppertal betont, dass es sich dabei um einen Einzelfall handele.

Zwar könne der Kunde natürlich selbst entscheiden, mit wem er fahren will, unter den Taxifahrern gelte jedoch ein ungeschriebenes Gesetz: Der Wagen ganz vorne nimmt den nächsten Fahrgast auf, alle anderen Droschken rücken auf. "Viele Kollegen schicken den Gast dann nach vorne, aber eben nicht alle", erzählt ein Taxifahrer gestern Mittag, der seinen Namen nicht nennen will.

So etwas löse man intern, geschlagen werde jedoch nicht. Für einen solchen Fall hat er kein Verständnis. "Das ist erschreckend und wirft ein schlechtes Bild auf uns alle." Ein anderer Kollege versucht, den Frust zu erklären: "Manchmal steht man eine Stunde hier und bekommt nur eine Fahrt für drei Euro." Wenn sich dann einer vordränge und womöglich noch eine längere Fahrt absahne, sei dies ärgerlich.

Ja, sagt Nico Höttges auf Nachfrage, der Kampf unter den Fahrern sei größer geworden. "Früher gab es auch mal längere Fahrten, heute geht es oft nur um die Ecke." In einer Stadt wie Wuppertal sei die Lage schwierig. Etwa 1500 registrierte Taxifahrer zählt die Taxi-Zentrale - denn trotz weniger Fahrten habe sich die Anzahl der Fahrer nicht verringert. Ein Disziplinarausschuss der Taxi-Zentrale wird sich mit dem Fall befassen.