„Tat gar nicht weh“: 160 Impfungen am ersten Tag

„Tat gar nicht weh“: 160 Impfungen am ersten Tag

Seit Dienstag können sich die Bürger im Elberfelder Rathaus impfen lassen. Das Angebot nutzen zum Auftakt viele.

Wuppertal. Der Saal in der dritten Etage des Verwaltungshauses in Elberfeld hat sich in eine Krankenstation verwandelt: Es riecht nach Desinfektionsmittel, die Tische sind mit sterilen weißen Tüchern bedeckt, auf denen ordentlich sortiert Spritzen, Kanülen, Tupfer und Pflaster liegen.

Dr. Marlis Schaberg und ihre Assistentinnen vom Gesundheitsamt haben alle Hände voll zu tun. Kaum hat der eine den schützenden Pikser in den Oberarm erhalten, krempelt schon der nächste die Ärmel hoch. Jürgen Dabringhausen ist an der Reihe: "Ich will demnächst nach Mallorca fahren und die Schweinegrippe nicht mit nach Hause bringen", erklärt der 44-Jährige. Schaberg nimmt eine Spritze, eine routinierte Handbewegung, und das war’s. "Tat gar nicht weh", freut sich Dabringhausen. "Heute sollten sie ihren Arm schonen", rät die Ärztin ihm. Dann wendet sie sich Ilona Schmitz zu. Die 41-Jährige leidet an der chronischen Krankheit Multiple Sklerose. "Ich zähle zur Risiko-Gruppe, mein Arzt hat mir zur Impfung geraten", erzählt sie.

Menschen, die chronisch krank sind, nehmen das Impf-Angebot der Stadt an diesem ersten Morgen am häufigsten wahr. "Obwohl wir keinen abweisen. Jeder kann sich pieksen lassen", erklärt Organisatorin Bärbel Weisz.

Und viele Wuppertaler tun das auch: Bereits in der ersten Stunde haben sich 50 Bürger impfen lassen. 160 werden es am Ende des ersten Impf-Tages sein. "Das ist mehr als in manch anderen Städten", meint Weisz.

Sie betreut die Impf-Willigen beim Ausfüllen der Einverständniserklärung, beantwortet Fragen. "Ärgerlich ist, dass das Gesundheitsministerium noch kein richtiges Info-Blatt bereitgestellt hat, die Bürger müssen sich die kleingedruckten Beipackzettel durchlesen", sagt sie. Die Stadt will in den nächsten Tagen selbst gedruckte Broschüren bereitlegen.

Hinter einer Trennwand sind die Arzthelferinnen Marion Droste und Birgit Untrieser damit beschäftigt, den Impfstoff zu mischen. "Hygiene ist das wichtigste dabei", erklärt Droste. Sie trägt Handschuhe und Mundschutz, als sie den Verstärker-Stoff in die Serum-Kanüle gibt. Darauf wartet schon der nächste Bürger in der umfunktionierten Krankenstation des Verwaltungshauses.

“ Impf-Termine: Montags bis donnerstags 9 bis 15, freitags 9 bis 13 Uhr. Noch bis zum 18. Dezember. Termine für 2010 sollen folgen.

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