1. NRW
  2. Wuppertal

Tanzverbot: Spieleabend statt Clubbesuch an Karfreitag

Tanzverbot: Spieleabend statt Clubbesuch an Karfreitag

Die Feiertage sind durch Gesetze besonders geschützt. Musik und Tanz sind am Freitag verboten. Die Wuppertaler Gastronomen wollen die Regeln einhalten.

Wuppertal. Den Gang in den Butan Club an der Mohrenstraße können sich Partygänger und Tanzbegeisterte am Donnerstag und Freitag sparen. Wegen des Feiertagsgesetzes in Nordrhein-Westfalen gibt es ein Tanzverbot, die Disko bleibt zu. „Wir halten uns daran, weil das Ordnungsamt kontrolliert und es eine Geldbuße geben kann“, sagt Betreiber Tobias Wicht.

Bis zu 1000 Euro kann so ein Ordnungswidrigkeitsverfahren kosten. „Wir machen keine verstärkten Kontrollen, aber die meisten Wuppertaler Gastronomen halten sich auch dran“, sagt Carsten Vorsich, Ordnungsamtsleiter der Stadt Wuppertal.

Am einzigen Abend im Jahr, an dem alle Zeit haben, trifft sich Tobias Wicht stattdessen mit seinem Mitarbeitern zum gemeinsamen Spieleabend im Butan. „Man muss das Tanzverbot auch positiv sehen, so habe ich einen Tag zum Ausspannen.“ Weniger positiv sind für die Gastronomen aber die Umsatzeinbußen. „Ein Freitag ohne Gäste ist schon schmerzhaft“, sagt Wicht.

Laut Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Nordrhein kann der wirtschaftliche Schaden für die Gastronomiebetriebe erheblich sein. „Es geht in den Frühling und die Leute wollen feiern. Ähnliche Veranstaltungen wie der Tanz in den Mai können bis zu zehn Prozent des Monatsumsatzes ausmachen“, sagt Christian Jäger, als Dehoga-Geschäftsführer zuständig für Wuppertal.

Tobias Wicht stört besonders am Tanzverbot, dass viele seiner Kollegen in NRW ihre Clubs öffnen. „In Städten wie Köln hält sich kaum einer dran, die machen den Umsatz ihres Lebens.“ Der Dehoga rät den Wuppertaler Gastronomen, das Feiertagsgesetz zu beachten. „Auch wenn die Regelung längst überholt ist, auf Unwissenheit kann sich im Zweifelsfall keiner berufen“, sagt Christian Jäger.

Neben dem Butan oder dem U-Club an der Friedrich-Ebert-Straße hat auch das Luisencafé an der Luisenstraße wegen des Tanzverbots geschlossen. In der Kneipe darf an Karfreitag keine Musik gespielt werden. „Es rechnet sich einfach nicht. Die fehlende Musik stört die Leute“, sagt David Holzschneider, Inhaber des Luisencafés.

In den letzten Jahren habe er an Karfreitag nur sehr schlechte Besucherzahlen gehabt. Am Donnerstag muss er um Mitternacht die Musik runterdrehen und befürchtet, dass sein Betrieb dann um halb eins statt wie sonst um zwei Uhr leer ist.

Kleinere Cafés und Kneipen im Luisenviertel haben weniger Probleme mit dem Feiertagsschutz an Karfreitag. Im Katzengold an der Untergrünewalderstraße wird die Musik genauso ausgestellt wie im Café du Congo an der Luisenstraße. Hier dient die Musik nur der Hintergrundbeschallung. „Es fällt den Gästen zwar auf, wenn die Musik fehlt, aber es stört keinen“, sagt Kellner Stefan Roldh.