Tanzen zu Weltmusik aus Afrika

Tanzen zu Weltmusik aus Afrika

Im Skulpturenpark spielte Sona Jobarteh mit ihrer Band und nahm das Publikum binnen kürzester Zeit für sich ein.

Wuppertal. Pünktlich konnte der Wettergott besänftigt werden. Nach den aprilhaften vergangenen Tagen hatte er endlich ein Einsehen und bescherte dem Skulpturenpark Waldfrieden einen herrlichen Sommertag. Also erklommen viele den Berg hinauf zur Hirschstraße 12, um es sich auf der Wiese vor der Villa gemütlich zu machen.

Weltmusik war angesagt, genauer: Musik aus West-Afrika im Rahmen der Reihe „Klangart“, der Heimat der Mandike-Völker. Es handelt sich um die Region der heutigen Staaten Mali, Gambia, Guinea und Senegal, in der bis heute die Griot-Tradition lebendig ist.

Ein Aushängeschild dieser Musikkultur ist Sona Jobarteh, die mit ihrer Band anreiste, um auf der Open-Air-Bühne dieses Brauchtum zu vermitteln. Die vierköpfige Band in grünen Gewändern und die Frontfrau in schillernd-blauem Dress hatten das neugierige Publikum bereits nach etwa zehn Minuten für sich eingenommen. Es sang mit, Füße hielten nicht still, und einige Zuhörer fühlten sich animiert zu tanzen.

All das war die Folge von kernigen Rhythmen, wofür Mamadou Sarr mit seinen afrikanischen Percussion-Instrumenten und Westley Joseph am traditionellen Schlagzeug sorgten. Aus Andi McLeans E-Bass kamen satte, groovende Sounds, während Derek Johnson filigrane Gitarrenklänge erzeugte. Und Jobarteh verzauberte mit elektrisierenden Gesängen und einem betörenden Umgang mit der Kora. Sie ist eine aus 21 Saiten bestehende westafrikanische Stegharfe, ein Hauptinstrument der Griot-Kultur.

Oberflächlich erinnert die Musik an Paul Simons berühmtes Album „Graceland“ aus dem Jahr 1986, insbesondere die darauf verewigten Titel „Under African Skies“ und „Homeless“.

Doch der Vergleich hinkt. Denn während Simon afrikanische Musik mit westlichem Folk und Pop vermischte, bleibt Jobarteh ihrer Heimat treu mit Ausnahme von modernen Instrumenten und einem bisweilen kleinen rockigen Touch.

Ihre Musik ist also viel bodenständiger, wenn sie Geschichten aus ihrer Region singt. „Mussow“ ist beispielsweise eine Widmung an die Frauen der Mandinke-Völker. Es ging auch darum, wenn Frauen ihrer Heimat über beide Ohren verliebt sind. Hinzu gesellten sich Titel wie „Gainaako“ (eine Hommage an die westafrikanischen Länder), „Mamamuso“ und ihr zuletzt veröffentlichter Song „Gambia“.

Mal ging es im Laufe des Sonnenuntergangs ruhig-meditativ zu. Dann wiederum kam fetzige Musik von der Bühne, einhergehend mit wuchtigen Tönen und Beats. Dabei harmonierten Kora und Gitarre kongenial. Alte afrikanische Musikkultur wurde geboten, die Jobarteh dank moderner Mittel hin ins 21. Jahrhundert führt und somit populär macht.

Und das kam sehr gut an. Dementsprechend groß waren die Begeisterungsbekundungen, die in eine Zugabe mündeten.