Tanja Heinze: Ein fiktiver Drohnenangriff in Wuppertal

Autorin : Ein fiktiver Drohnenangriff in Wuppertal

Die Elberfelder Autorin Tanja Heinze legt ihren zweiten Kriminalroman vor.

Mathilde Krähenfuß hat ihren nächsten Fall: Als sie mit ihrer Mischlingshündin Lotte an der Hundewiese sitzt, wird vor ihren Augen ein Mann von einer Drohne erschossen. Sofort nimmt die Reporterin der Ronsdorfer Gazette die Ermittlungen auf. Die Elberfelder Autorin Tanja Heinze legt mit „Drohnenopfer“ nach „Götterdämmerung“ ihren zweiten Regionalkrimi vor. Books on Demand wählte gerade das Buch aus, um es auf der Frankfurter Buchmesse zu präsentieren.

Auf 264 Seiten vermischt sie viel Wuppertaler Lokalkolorit mit einer bunten Story: Das Opfer, Karl von Horsten, gehörte der Freiwerker-Loge an und konkurrierte dort mit anderen Kollegen um den Vorsitz. Doch auch dunkle Machenschaften werden in der Loge gepflegt. Mathilde Krähenfuß besucht die Witwe, Arbeitskollegen und Freunde des Verstorbenen – und alle erzählen der Reporterin bereitwillig intime Details aus dessen Leben.

Der Leser muss aufmerksam bleiben, um bei den vielen Personen nicht den Überblick zu verlieren: Ist Carola die Arbeitskollegin, die Schwester der Geliebten des Verstorbenen oder eine Polizistin? Und gehört Jakob Nobel zum Ermittlungsteam oder zur geheimen Forschungseinrichtung des Militärs? Denn die schießende Drohne wurde unbemerkt aus dieser Forschungseinrichtung entwendet.

Zusätzlich greift Tanja Heinze in ihrem Buch viele aktuellen Themen auf: Sie thematisiert die mentale Beeinflussung durch Smartphone und Apps ebenso wie das Wuppertaler Hochwasser nach dem Unwetter oder die Beeinflussung von politischen Wahlen. Eine afrikanische Haushälterin sorgt für weitere Abwechslung: Sie kocht nicht nur ein Leibgericht nach dem anderen, sondern zieht schließlich mitsamt ihrer ganzen Familie bei Mathilde ein, um sie zu beschützen.

Wer in der turbulenten Geschichte den Faden behält, erlebt einen spannenden Krimi mit vielen falschen Fährten und einem überraschenden Ende. Nur ein Detail stimmt nicht: Die WZ würde niemals einfach ein Foto der Konkurrenz veröffentlichen (im Krimi das Foto der Drohne), ohne über die Fotorechte zu verfügen.


Tanja Heinze: Drohnenopfer, Books on Demand, 9,99 Euro.