SV Borussia fühlt sich von WSV und Stadt ausgetrickst

SV Borussia fühlt sich von WSV und Stadt ausgetrickst

Der Verein sieht sich im Streit um die Nutzung der Sportanlage Nevigeser Straße als Opfer einer Mauschelei.

Wuppertal. Mit einem Schreiben vom 15. Juli bestätigte das Sport- und Bäderamt dem wiedergegründeten SV Borussia Wuppertal, dass der Verein seine Heimspiele in der Kreisliga C alle 14 Tage sonntags um 15 Uhr auf dem Kunstrasenplatz an der Nevigeser Straße austragen dürfe. Doch diese Zusage gilt nicht mehr. Nach einer neuen Anordnung der Stadt werden die Borussen erst ab März des kommenden Jahres an der Nevigeser Straße auflaufen dürfen.

„Bleibt es dabei, dann ist das Projekt Borussia leider gestorben“, sagen Michael Busch und Ralf Derkum, die kein Verständnis für den Sinneswandel der Stadt haben und auf Gerüchte verweisen, wonach der Wuppertaler SV über die Stadtspitze Einfluss auf die Entscheidung des Sportamts genommen haben soll.

„Der SV Borussia gehört an die Nevigeser Straße. Alles andere ist undenkbar“, klagt Michael Busch. Der Verein habe Pläne für eine Geschäftsstelle in unmittelbarer Nähe. In Gesprächen mit Spielern sei zudem aufgrund der Zusage der Stadt die Nevigeser Straße als Spielort genannt worden. Bekannte Namen aus der Wuppertaler Fußballszene werden gehandelt, darunter eine Reihe von „Haudegen“, die nicht auf dem Aschenplatz auf der Kaiserhöhe antreten würden.

„Wir gehen bewusst den steinigen Weg“, sagt Ralf Derkum. Man starte in der Kreisliga C, obwohl die Möglichkeit zu Fusionen und damit dem Neustart in höheren Liga bestanden habe.

Den schwarzen Peter hat Peter Keller, Leiter des Sport- und Bäderamtes, in der Hand. Keller räumt ein, dass sein erster Plan die aktuelle Lösung vorsah. Dann habe er im Hinblick auf die große Tradition des Vereins dem Wunsch der Borussen entsprochen, Heimspiele schon zum Saisonstart an der Nevigeser Straße auszutragen. Diese Zusage habe er nun nach verwaltungsinternen Diskussionen zurückgenommen.

2004 hatte sich der SV Borussia dem WSV angeschlossen. Damals wurde keine Regelung über die Nutzung der Sportanlage Nevigeser Straße im Falle einer Trennung beider Vereine getroffen. Die Mitglieder des Wuppertaler SV hatten im Mai mehrheitlich dafür gestimmt, den Namen Borussia aus dem Vereinsnamen zu streichen. Der Kreis der Borussen um Michael Busch gründete den SV Borussia neu. Achim Weber, Sportvorstand des WSV, bestreitet, dass der WSV Einfluss auf die Entscheidung der Stadt genommen habe. „Das ist die Sache der Stadt und es steht uns gar nicht zu, uns einzumischen“, erklärte Weber. Wenn die Stadt entscheiden sollte, dass die Borussia im Stadion spielen soll, dann akzeptiere der WSV auch das.

Ein Interview mit WSV-Vorstand Achim Weber lesen Sie in der Mittwochausgabe der WZ Wuppertal.

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