Wuppertal: Südstadt: Anwohner kritisieren Verkehrsführung und Parkplatznot

Wuppertal : Südstadt: Anwohner kritisieren Verkehrsführung und Parkplatznot

An der Aders- und Vereinstraße mehren sich die Beschwerden über Parkplatzmangel.

. Immer wieder gibt es Ärger in der Südstadt. Nachdem sich bereits seit Monaten zahlreiche Anwohner über das Verkehrskonzept und die geänderten Straßenführungen und Durchfahrtsverbote beschweren, macht sich nun zunehmend ein weiteres Problem bemerkbar: die Parkplatznot.

Ein kurzer Rückblick: Das Verkehrskonzept sieht eine starke Entlastung der Straße Döppersberg vom Durchgangsverkehr vor. Um dabei die Route für den Durchgangsverkehr „unattraktiv und zeitintensiv“ zu gestalten, wurde die Adersstraße unter anderem zur Einbahnstraße umfunktioniert und die Vereinstraße zu einer unechten Einbahnstraße. Außerdem wurde in nördlicher Richtung die Einfahrt in die Dessauer Straße für den Individualverkehr verboten, für den ÖPNV, für Taxis und Radfahrer aber erlaubt. Zudem wurden Mitte des vergangenen Jahres Halteverbotszonen unter anderem an der Dessauer Straße eingerichtet.

Anwohner Jürgen Lerbs wandte sich Mitte des Monats mit einem Leserbrief an die WZ. Darin kritisiert er das Verkehrskonzept, das „ein voller Erfolg sei“ – allerdings nur für die Stadtkasse. Aufgrund der Halteverbotszonen komme die alltägliche Parkplatzsuche der Anwohner einer Odyssee gleich. 30 bis 60 Minuten müsse man, so Jürgen Lerbs, durch das verkehrsberuhigte Viertel fahren, um dann am Ende doch keinen legalen Parkplatz zu finden. Die ohnehin schon genervten Anwohner würden dann zusätzlich noch von der Stadt mit Strafzetteln für Falschparken „bombardiert“ werden. Selbst zu verkehrsschwachen Zeiten wie sonntagsmorgens, betont Jürgen Lerbs: „Anstatt in den Straßen zu kontrollieren, dass auch wirklich niemand entgegen der neuen Fahrtrichtung fährt, verteilt die Stadt scheinbar lieber an Sonntagen Knöllchen.“

Kunden und Anwohner finden keine Parkplätze

Auch Yonka Süslü-Keles, die einen Friseurladen an der Dessauerstraße hat, ist schon lange frustriert aufgrund der Verkehrssituation in der Südstadt. „Es ist in letzter Zeit noch schlimmer geworden. Direkt vor meiner Tür ist jetzt ein Halteverbotsschild“, erzählt sie. Dadurch dürfe sie nicht mal mehr vor ihrer eigenen Haustür halten, um Waren auszuladen. Und ihre Kunden finden keinen Parkplatz. Das Problem bedrohe inzwischen sogar ihre Existenz. „Ich merke deutlich, dass mir Kunden wegbleiben, aufgrund der katastrophalen Parksituation.“ Sie wünscht sich Hilfe von oben. „Oberbürgermeister Mucke sollte mal bei uns vorbeischauen, und sich die Situation vor Ort angucken.“

Thorsten Wagner vom Ressort Verkehrslenkung und Straßennutzung der Stadt erklärt, dass es heute nicht weniger Parkplätze gebe als vor dem Umbau des Busbahnhofs am Döppersberg. „Während der Bauarbeiten wurden einige Halteverbote in der Südstadt aufgehoben, und jetzt nach Abschluss des Baus wieder eingeführt. Die Parksituation ist jetzt also wieder genauso wie vor vier Jahren.“

Thorsten Wagner betont, dass die Stadt sich in einer Prüfphase befände, was den Verkehr in der Südstadt angeht. „Wir prüfen, ob der Verkehr nach dem Umbau des Busbahnhofs so läuft wie wir uns das vorgestellt haben. Falls sich zeigen sollte, dass dies nicht der Fall ist, müssen wir an einigen Stellen noch etwas nachbessern.“

Ein Bürgerantrag, der eine Rückkehr zur alten Verkehrsführung fordert, wurde indes vom Rat abgelehnt. Allerdings werde sich die Bezirksvertretung Elberfeld bei ihrer nächsten Sitzung in zwei Wochen erneut mit dem Thema beschäftigen, so Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius. „Die Verwaltung wird uns dann Bericht erstatten über den Verkehr in der Südstadt. Vielleicht können wir dann die Situation vor Ort besser nachvollziehen.“

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