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Campus Wuppertal: Studenten starten in Hockenheim mit selbst gebautem Rennwagen

Campus Wuppertal : Studenten starten in Hockenheim mit selbst gebautem Rennwagen

Die „Grünen Löwen“ geben Gas

Wuppertal. Es sieht aus, wie ein aufgemotzter Go-Kart und fährt nicht ganz so schnell wie ein Formel-1-Bolide. Das Fahrzeug des „Green Lion Racing“-Teams der Bergischen Uni steht abfahrbereit vor den Werkstätten der Maschinenbau-Fakultät. „Eigentlich ist jetzt alles top“, sagt Daniel Sander. Am Wochenende musste das studentische Team noch einen technischen Defekt in der Elektronik reparieren.

Der 21-jährige Maschinenbau-Student Sander hat die letzte Überprüfung des Fahrzeugs hinter sich. Ab Dienstag soll das Fahrzeug auf einem Teil des Hockenheimrings seine Runden drehen. Beim Konstruktionswettbewerb „Formula Student“ vertritt es die Wuppertaler Farben und startet in acht Disziplinen. Dabei geht es aber nicht nur um Geschwindigkeit und Rasen, sondern auch um energieeffizientes Fahren und einen Business-Plan, der hinter der Entwicklung des Fahrzeugs steckt.

Um die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs zu demonstrieren, wirft Technikleiter Harman Singh kurz das Fahrzeug an. Lautstark dröhnt der Motorradmotor Yamaha R6, den die Studenten ins Fahrzeug eingebaut haben. Das Reglement des „Formula Student Event“ gibt vor, dass der Motor nicht zu mächtig ausfällt: Er sollte nicht mehr als 610 Kubikzentimeter haben. Zudem ist ein Luftmengenbegrenzer vorgesehen, der die Leistung des Motors einschränkt. Bis zu 120 Stundenkilometer kann das Fahrzeug leisten. Die Durchschnittgeschwindigkeit liegt bei etwa 60 km/h.

Angesichts solcher Zahlen kann der wahre Formel-1-Fan vermutlich nur müde lächeln. Doch um Geschwindigkeit allein geht es dem „Green Lion Racing“-Team auch nicht. Ziel des 2010 gestarteten Projektes ist es, unter möglichst professionellen Verhältnissen einen studentischen Rennstall auf die Beine zu stellen. „Die Studenten sollen nicht nur Theorie lernen, sondern auch praktische Erfahrungen sammeln“, sagt Technikleiter Singh, der derzeit seinen Doktor in Maschinenbau macht. Etwa 30 Studenten verschiedener Fachrichtungen arbeiten in dem Rennstall zusammen.

2012 starteten die „Grünen Löwen“ aus Wuppertal mit den ersten Wettbewerben, schon mehrmals ist das Team in Hockenheim gefahren. Die bislang beste Platzierung dort gelang 2013 - im Gesamtergebnis errang das Team unter 75 Teilnehmern den 35. Platz.

Im Durchschnitt haben die Studenten bis zu 20 Stunden in der Woche an dem schwarz-grün gehaltenen Fahrzeug mit dem Löwenkopf an der Front gearbeitet. Es ist die mittlerweile vierte Generation eines studentischen Rennwagens. Mit 220 Kilogramm ist das Fahrzeug recht leicht. Das macht das Fahren nicht ganz einfach. „Das Heck kommt ’schnell raus’“, sagt Sander.

Gerade das Training fehlt dem Team aber. „Wir fahren hin und wieder auf dem W-Tec-Gelände“, sagt Singh. Grundsätzlich sei es wünschenswert, wenn das Team eine Strecke hätte, auf der es regelmäßig seine Proberunden ziehen könnte.