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Campus Wuppertal: Studenten aus ganz Deutschland entwickeln Pavillon

Campus Wuppertal : Studenten aus ganz Deutschland entwickeln Pavillon

Bei der BIM-Summer-School traten angehende Architekten gegeneinander an. Jetzt gab es die Preisverleihung.

Fünf Wochen hatten Master-Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens Zeit, um einen Pavillon für den Campus Haspel zu entwerfen. Das Besondere daran: Die 18 Frauen und Männer nutzten dafür modernste Technik. „Schon länger arbeiten Architekten und Ingenieure bei uns in Studienmodulen zusammen“, so Agnes Kelm, Leiterin des BIM-Labors. BIM steht für Building Information Modeling, einer Arbeitsmethode, die die ganzheitliche Betrachtung des Planens, Bauens und Bewirtschaftens meint. Dieses Angebot in den Semesterferien für Studierende aus ganz Deutschland zu öffnen, ist neu. Unterstützt wird die Uni dabei von der List-Gruppe. Gemeinsam wollen sie Digitalisierungskompetenzen in der Bauwirtschaft stärken.

Eine Woche lang lernten die Frauen und Männer ihr Handwerkszeug kennen. Auf dem Vorlesungsplan stehen unter anderem Werkzeuge wie Drohnen und Laserscan, verschiedene Programme zur BIM-basierten Planung und Visualisierungen in Virtual Reality. Kosten- und Terminplanung für das Projekt sind Teil der Aufgabe. Danach ging es an die praktische Umsetzung.

„Aus 75 Bewerbern haben wir 18 Teilnehmer ausgewählt“, so Greta Kossing, Pressereferentin der List AG. Diese entwickelten vier Projekte, die von einer Jury bewertet wurden. „Kriterien waren der architektonische Entwurf, die technische Umsetzung, aber auch die Gruppendynamik des Teams und die Frage: Passt es zu Wuppertal?“

Die Frage hat einen durchaus ernst zu nehmenden Hintergrund: „Nach dem Starkregen im vergangenen Jahr sind einige Räume nicht mehr nutzbar“, so Agnes Kelm. Deshalb sollten die Studenten einen Pavillon entwickeln, der verschiedene Funktionen erfüllt. Er soll zum Arbeiten, für Vorlesungen oder als Ausstellungsraum dienen.“ Ob einer der vier Entwürfe je umgesetzt wird, steht jedoch in den Sternen. „Es ist eine Frage der Mittel“, so Kelm.

Die Studenten stellten sich der Herausforderung. „Die Technik war das größte Problem“, resümiert Bastian Brückner. „Das Programm war für uns gänzlich neu.“ „Auch der Datenaustausch quer durch Deutschland war eine harte Nuss“, findet Tim Rabe. Sebastian Damek ist begeistert: „Es hat vor allem Spaß gemacht, ein Projekt von den Rohdaten bis zur Visualisierung durchzuführen.“

Am Freitag wurden nun die individuellen Gruppenarbeiten vorgestellt und bewertet. Sieger wurde am Ende ein filigranes Modell aus Stahlprofilen. Das Gewinnerteam erhält einen Preis und jeder Teilnehmer der Gruppe fährt mit 500 Euro Siegprämie nach Hause. Jedem der 18 Studenten beurkundet ein Zertifikat die Teilnahme an der BIM Summer School. Damit haben sich die Frauen und Männer eine gute Startposition für den Arbeitsmarkt gesichert. Davon ist auch Kai Brandt, Geschäftsführer von List Digital überzeugt: „Der Digitalisierungsprozess der Immobilienbranche kommt in Bewegung. Gleichzeitig besteht in unserer Branche Nachholbedarf im Aufbau von Know-How beim Ingenieur-Nachwuchs.“

Alle vier Entwürfe könnten übrigens auf dem Campus umgesetzt werden. „Wir sind aber nicht enttäuscht, wenn es nicht dazu kommt“, so die Studenten. „Viele unserer Uni-Arbeiten existieren nur auf dem Papier. Das sind wir gewohnt.“