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Streik: „Ihr könnt nach Hause fahren“

Streik: „Ihr könnt nach Hause fahren“

Ausstand: Zulassungsstelle bleibt komplett zu, die Kunden sind verärgert und werden auch noch mit Sprechchören verhöhnt.

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p class="text"><strong>Wuppertal. "Wenn Anfang nächster Woche kein vernünftiges Angebot vorliegt, machen wir Ernst." Grit Genster, Wuppertals stellvertretende Verdi-Geschäftsführerin, gibt sich kämpferisch. Für viele Autofahrer hatte der Ernst am Dienstagmorgen allerdings schon begonnen: Wer zur Kfz-Zulassungsstelle an der Uellendahler Straße kam, um sein Auto anzumelden, hatte Pech. Denn dort blieben die Türen geschlossen. Warnstreik nannten das die 35 Angestellten der Zulassungsstelle, die von etwa 70 Kollegen des Einwohnermeldeamtes, des Gewerbemeldeamtes und der Sparkasse unterstützt wurden.

"Eine Unverschämtheit", nannte das Kadir Üfufer. Der Wuppertaler wollte seinen neu erworbenen Gebrauchtwagen anmelden. "Ich brauche das Auto, um zur Arbeit zu kommen", erklärte er. Verständnis für den Streik hatte er wenig: "Hier muss man ja immer ewig warten. Auch wenn nicht gestreikt wird, wird hier nicht gearbeitet."

Acht Prozent mehr Lohn fordert Verdi, mindestens jedoch 200 Euro - für gut 4000 Wuppertaler Beschäftigte. "Alle, die heute hier stehen, haben seit vier Jahren keine Gehaltserhöhung mehr bekommen. Aber das Leben wird auch für uns teurer", erklärt Grit Genster die Forderungen Verdis.

Argumente, die die meisten Autofahrer nicht besänftigen konnten. "Ich habe mir extra einen Tag frei genommen. Das kann ich jetzt morgen nochmal machen", erklärte Sedi Berischa.