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Streifendienst zwischen Grillparty und Wasserpfeife

Streifendienst zwischen Grillparty und Wasserpfeife

Wenn das Ordnungsamt und die Polizei auf der Hardt im Einsatz sind, werden Platzverweise erteilt, Wasserpfeifen konfisziert und Grillpartys aufgelöst.

Wuppertal. Großaufgebot auf der Hardt: Zu sechst und in zwei Gruppen laufen die Beamten des Ordnungsamts und der Polizeistreife über eine der beliebtesten Grünflächen Wuppertals. Immer auf der Suche nach "Menschen, die sich nicht an die grundlegendsten Regeln halten", wie Polizeioberkomissar Ronald Wolf sich ausdrückt.

Als sie gerade in ein harmloses Gespräch verwickelt sind, wird es für die Männer in Uniform und Zivil plötzlich ernst: Eine Gruppe Jugendlicher mit Wasserpfeife hat die Beamten entdeckt und versucht zu türmen. Die Beamten schlagen sich durch die Büsche und nehmen die Verfolgung auf

Doch zurück an den Anfang. Der war vor einer guten halben Stunde vor dem Polizeirevier am Hofkamp. Dort treffen Polizei und Ordnungsamt aufeinander - seit ein paar Jahren schön läuft die Kooperation zwischen den beiden Behörden, die gerade in der Innenstadt und auf den Grünflächen unter anderem gemischte Streifen losschickt. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: "Unsere Leute haben wirklich viel von der Polizei lernen können", erklärt Ralf Wolters, Leiter des Ordnungsdienstes. Und Polizei-Kollege Wolf ergänzt: "Es ist deutlich ruhiger geworden."

Ein Blick in die Unterlagen des Ordnungsamtes verrät mehr. Zehn Einsätze habe man in den vergangenen vier Wochen auf der Hardt gehabt, und dabei jedes Mal zwischen fünf und zehn Platzverweise erteilt, sagt Wolters. Eine beruhigende Bilanz für ein Gebiet, auf dem sich an sonnigen Tagen tausende Wuppertaler tummeln.

Ein weiterer Platzverweis wird wohl nun für die vier Jungs mit der Wasserpfeife fällig. An einer Bank haben die Beamten sie eingeholt und gestellt. Noch können sie nicht wissen, warum die Vier abgehauen sind - Drogen, Alkohol unter 16 Jahre - die Situation ist unübersichtlich. Doch schnell wird geklärt: Die Wasserpfeife ist sauber - allerdings ist der Konsum erst ab 18 Jahren erlaubt und die Jugendlichen sind deutlich jünger.

Der Rest ist jetzt nur noch Routine für die Beamten. Personalien werden festgestellt und überprüft, die Pfeife konfisziert. Der Eigentümer des Ladens, in dem die jungen Männer den Tabak gekauft haben, muss nun mit einer Anzeige rechnen, ebenso der Besitzer der Pfeife, die angeblich keinem der Vier gehören will. Doch die Aufgabe der Beamten Ort ist erledigt - um den Rest wird sich in den nächsten Tagen die Polizei kümmern.

Die zwei Gruppen setzen ihren Rundgang über die Hardt fort. Besitzer von Hunden ohne Leine werden ermahnt, Jugendliche mit Grill zurechtgewiesen, Ordnungsgelder wegen weggeworfener Bierflaschen verhängt. Allein im vergangenen Jahr hat das Ordnungsamt so rund 120 000 Euro eingenommen. Auf der Hardt ist nach einer Stunde Kontrolle aber Schluss.