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Stimmliche Spitzenqualität in reinster Form

Stimmliche Spitzenqualität in reinster Form

Schülerinnen der Sopranistin Steffanie Patzke begeisterten in der Pauluskirche.

Wuppertal. Was ein kleiner Liederabend mit ausbaufähigen Nachwuchsstimmen hätte sein können, entpuppte sich als Glanzkonzert, an dem nur eines störte: die Pause. Zwölf Schülerinnen und ein Schüler der Gesangsklasse von Sopranistin Steffanie Patzke boten am Dienstag in der Pauluskirche am Haspel ein Potpourri beliebter Popsongs.

Dass der gesamte Abend unplugged gestaltet wurde, mag so manchem Zuschauer angesichts der stimmlichen Qualitäten gar nicht aufgefallen sein. Kaum hatte Cecilia Coesfeld mit Rosenstolz („Ich geh in Flammen auf“) mutig den Einstieg gewagt, brach ihre ältere Schwester Noémi mit Katie Meluas „Nine Million Bicycles“ den Bann zwischen Publikum und Sängerinnen.

Deutlich nachzufühlen war über die Abfolge der Songs und Interpretinnen, wie die Stimmen durch Lehrerin Patzke behutsam aufgebaut werden. Wer schon mehrfach Gast der unterhaltsamen Abende war, konnte zudem feststellen, dass sich einige Schülerinnen seit dem vergangenen Jahr in erstaunlichem Maß weiterentwickelt haben. Das galt etwa für Alina Ziehn, die mit „Träume brauchen Zeit“ sogar eine eigene Komposition darbot.

Leicht verdauliche und für die Interpreten doch anspruchsvolle Kost — der Abend hob sich wohltuend von der trägen Besinnlichkeit des geläufigen Weihnachtssingens ab. Dass dies in einer Kirche zur Adventszeit möglich war, machte den Zauber perfekt.

So saß man gedankenverloren da und erlebte in durchaus weihnachtlichem Glanz eine Überraschung nach der anderen. Elena Fuchs war eine dieser Überraschungen, als sie mit „Beautiful“ hervorragend das leicht kehlige Belting von Christina Aguilera traf. Während die gestische und mimische Performance bei manchen Sängerinnen noch schwach entwickelt war, lieferte Lara Irman neben ihrer markanten Stimme auch einen überzeugenden eigenen Ausdruck, der ihr zu einer erfolgreichen Karriere verhelfen könnte. Mit „Valerie“ von Amy Winehouse hatte sie sich zudem eine hohe Messlatte gesetzt.

Nach einem prächtigen „Shake it Out“ mit Leadsängerin Antonia Heuser und dreistimmigem Background brachte der zweite Teil des Konzerts pure Unterhaltung auf hohem Niveau.

Ob Viktoria Küpper mit „Skyscraper“, Hannah Schumacher mit „A Moment of Madness“ oder Letizia Esposto mit „Empire State“ — die jungen Damen überboten sich in Glanzleistungen. Zu hören sind sie erneut in der Pauluskirche am 24. Januar (19.30 Uhr), 26. Januar (19.30 Uhr) und am 27. Januar (17 Uhr) bei den Generalprobenkonzerten des Wettbewerbs „Jugend musiziert“.