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Steinerne Liege für Wupperstrand

Steinerne Liege für Wupperstrand

Sechs Betonbänke sind bereits fertig. Der Verein Neue Ufer sucht mögliche Standorte.

Rauental. Bald wird es wieder so warm, dass manch einer die Sonne auch liegend genießen möchte. Damit das an der Wupper möglich ist, lässt der Verein Neue Ufer Betonliegen bauen. Sechs sind fertig, die ersten zwei sollen am Rauental aufgestellt werden. Weitere Standorte werden gesucht.

„Wenn man direkt an die Wupper kann, möchte man vielleicht auch an der Wupper liegen“, erklärt Dajana Meier, Vorsitzende des Vereins, der den Fluss und seine Ufer als Freizeitraum zurückerobern will.

Weil die Liegestatt im öffentlichen Raum möglichem Vandalismus standhalten soll, andererseits nicht viel kosten darf, fiel die Entscheidung für Beton als Material. „Man kann diese Liegen nicht anzünden und nicht wegtragen“, fasst Dajana Meier lakonisch zusammen. Zur Entscheidung habe aber auch beigetragen, dass mit Dieter Mattner ein versierter Betonbauer als Fachbereichsleiter bei der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA) arbeitet, bei der Langzeitarbeitslose qualifizert werden. Sie fertigen die Betonliegen.

Das Design stammt von Dajana Meier, die früher Liegen aus Keramik in ihrer Werkstatt hergestellt hat. Zwei Betonblöcke, ein Dreieck und ein Quader mit einer gewölbten Oberfläche, ergänzen sich zu einem Möbelstück, auf dem man halb sitzend, die Füße hochgelegt, entspannen kann.

Der Beton ist dunkelgrau durchgefärbt, was etwas besonderes sei, weil viele Farben mit dem alkalischen Zement reagieren. Die Farbe habe sich bei den Bänken am Flutufer bewährt. Dajana Meier spricht von „zurückhaltender Eleganz“ und findet: „Das sieht gut aus.“ Sie wollen zudem noch eine Imprägnierung gegen Graffiti ausprobieren.

Für die Herstellung haben die Mitarbeiter der GBA eine Verschalung gebaut, darin wird eine Liege nach der anderen gegossen. Die Betonblöcke müssen zunächst einige Tage in der Schalung abbinden, dann ohne rund vier Wochen trocknen. „Wir machen so viele Liegen, wie die Schalung hergibt, sagt Dajana Meier. „Ich hoffe, dass sie insgesamt zehn aushält.“

Sie freut sich, dass über den Winter wieder einige entstanden sind: „Das geht, weil auf dem Bau nicht viel zu tun ist.“ Wenn das Wetter jetzt besser wird, werde der Verein wohl auf die nächsten Liegen warten müssen.

Die ersten beiden Exemplare sollen am Wupper-Zugang Rauental aufgestellt werden. „Der Platz ist schon definiert“, sagt Dajana Meier. „Er muss jetzt noch eingeebnet und gepflastert werden.“ Für Pflaster hätten sie sich entschieden, weil sich dann der Boden um die Liege herum besser sauber halten lasse. Aufstellen werde das Gartenamt die Liegen, sagt Dajana Meier. „Die haben einen geeigneten Bagger.“

Jetzt wünscht sich der Verein Neue Ufer Vorschläge für weitere Standorte. Eine Idee wäre die Rutenbeck. „Da haben wir aber noch keine Wupper-Paten“, hat Dajana Meier Bedenken. „Wir wollen die Liegen nicht unbeaufsichtigt lassen.“ Das heiße nicht, dass ständig jemand aufpassen müsse — nur „regelmäßig vorbeischauen, das wirkt schon Wunder“.