1. NRW
  2. Wuppertal

Stehrömkes im Berliner Plätzchen in Oberbarmen bringen Geld für Studenten

Trödel : Stehrömkes bringen Geld für Studenten

Im Berliner Plätzchen wurde Trödel verkauft. Mit dem Erlös werden Studenten unterstützt, die aufgrund von Corona sonst ihren Studienplatz verlieren könnten.

„Sie haben jetzt, genau ein halbes Jahr vor Heiligabend, schon die Möglichkeit, Ihre Weihnachtsvorbereitungen stressfrei zu gestalten“, versprach Michael Grütering mit sonorer Stimme und verwies auf grüne Leuchtgirlanden und eine golden gekleidete Weihnachtsmannpuppe, deren Schönheit allerdings eher im Auge des Betrachters  liegt. Michael Grütering hatte im Auftrag der Stiftung Seelsorge im „Oberbarmer Plätzchen“, Ecke Berliner Straße/ Langobardenstraße, zum dritten „Stehrömkesmarkt“ eingeladen.

„Stehrömkes“, das sind Gegenstände, die zuhause eher im Wege sind  und  Staub ansetzen, auf diesem kleinen Flohmarkt aber noch einem wohltätigen Zweck dienen können. Denn der Erlös, der an den Förderverein der Katholischen Hochschulgemeinde geht, ist für ausländische Studierende gedacht. „Wegen der Corona-Krise haben  die ausländischen Studenten keine Gelegenheit, etwas dazu zu verdienen und davon beispielsweise ihre Krankenversicherung zu bezahlen. Und wenn die nicht bezahlt wird, werden die Studierenden aus dem Ausland zwangs-exmatrikuliert und müssen die Hochschule ohne Abschluss verlassen“, schildert Grütering die schwierige Situation der angehenden Akademiker, der man so tatkräftig begegnen will.

Aber die grundsätzlich mundschutzbewehrten Oberbarmer hatten ein Herz für soziale Taten und einen Blick für Kurioses, Nützliches und einfach Schönes. So wechselte ein besonders exquisites Stück schon unmittelbar nach Öffnung um 10 Uhr den Besitzer. Die  beleuchtbare  Statue eines Panthers, deren Zweck nicht auf den ersten Blick erkennbar war. „Das ist ein Rauchverzehrer“, sagt der neue Eigentümer, der die unbestreitbare Rarität  schnellstmöglich nach Bayern schicken will.

Bezirksbürgermeisterin Christel Simon (CDU), die wie etliche andere ehrenamtliche Freiwillige eifrig mit anpackte, brachte aus den Kartons noch etliche andere Schätzchen zutage. So einen grimmig dreinblickenden hölzernen Bergischen Schmied, einen siebenarmigen Leuchter oder eine mächtige Keramikbowle mit bauchigen Trinkgefäßen. „Viele schöne Sachen sind dabei“, konstatierte sie mit Kennerblick. Und da war es kein Wunder, dass Michael Grütering mehr kassieren als moderieren musste und es in der Geldtasche nicht nur klimperte, sondern auch knisterte.

Und als am späten Nachmittag Bilanz gezogen wurde, da konnte Grütering die erhoffte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (380 Euro) vermelden: „483,51 Euro waren in der Geldtasche.“ fwb