Station Völklinger Straße: Ein neuer Bahnsteig über Nacht (mit Video)

Station Völklinger Straße: Ein neuer Bahnsteig über Nacht (mit Video)

An der Schwebebahnstation Völklinger Straße brachten die Bauarbeiter in wenigen Stunden die 100 Tonnen schwere Plattform an.

Unterbarmen. Grelles Scheinwerferlicht erleuchtet die Metallkonstruktion an der Schwebebahnstation Völklinger Straße. Behende agieren die Monteure. Jeder Handgriff sitzt. Die Aufgabe: Der neuen Schwebebahnstation in Millimeterarbeit einen neuen Bahnsteig zu verpassen. Das kling nach einem Mammut-Unternehmen — doch es ging in einer Nacht über die Bühne.

Bis 21 Uhr am Mittwochabend war das Wuppertaler Wahrzeichen im Einsatz, bevor der Schwebebahn-Express den Verkehr zwischen Oberbarmen und Vohwinkel übernahm. Innerhalb weniger Stunden musste in der Nacht zum Donnerstag die Einhebung der vormontierten Bahnsteigebene abgeschlossen sein, damit die Schwebebahn am Morgen planmäßig wieder Fahrt aufnehmen konnte. „Nach Abschluss aller Arbeiten müssen wir eine Probefahrt der Züge in beide Richtungen durchführen, um das Kollisionsrisiko auszuschließen“, sagte Bauleiter Manfred Eckert von der Firma Zerna-Ingenieure. Er war im Auftrag der Wuppertaler Stadtwerke mit 14 Kollegen unterschiedlicher Betriebe im Nachteinsatz.

100 Tonnen wiegt die neue Plattform, die die Arbeiter gestern passgenau verbauen mussten — „ein Leichtgewicht“, fand Eckert. Zentimeter für Zentimeter zog eine Hydraulikanlage die Plattform an einem Kettenseil in die Höhe. Danach schalteten sich die Vermessungstechniker ein, um die Plattform exakt in der richtigen Höhe an den Stützen zu verankern. „Das Maß ist die Oberkante der Fahrschiene“, erläuterte Eckert der WZ. Komplett neu sind die beiden Aufzugtürme der Station, die zuvor ebenfalls in Position gebracht wurden.

Bei frostigen Temperaturen, aber klarem Wetter fanden nur wenige Kiebitze den Weg auf die Brücke an der Völklinger Straße, um etwa dem Turmdrehkran mit einer Hakenhöhe von 41 und einer Ausladung von 40 Metern oder dem Einpassen der tonnenschweren Konstruktion ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Klaus Zorn, der unweit des Schwebebahnhofs wohnt, war schon im Herbst beim Abbau dabei, als Schweißbrenner die alte Station Stück für Stück zerlegten: „Ich habe die Station richtig vermisst und schaue mir jetzt den Rückbau an“, so Zorn zur WZ.

Insgesamt wurde die Bahnsteigebene um rund drei Meter angehoben, bevor sie am Gerüst verankert wurde. Holger Stephan von den WSW bestätigte gegenüber der WZ am Donnerstagmorgen, dass alles glatt verlaufen sei. Jetzt können die Züge wieder durchfahren an der Völklinger Straße — die Grundlage für den neuen Bahnhof ist gelegt.

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