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Station Natur und Umwelt: Kinder haben die Umwelt im Blick

Wuppertal : Kinder haben die Umwelt im Blick

An 30 Stationen gab es in der Station Natur und Umwelt am Wochenende viel Programm.

Henri (11) umkurvte mit seiner riesigen Schubkarre, in der er einen dicken Stein transportierte, elegant die hölzernen Slalomstangen, nachdem er vorher über einen Knüppeldamm gebrettert war. Dann schaffte er mit der freundlichen Hilfestellung von Helfer Pascal auch eine enge Kurve und war nach Absolvierung des anspruchsvollen Parcours stolzer Inhaber eines Schubkarrenführerscheins. Eine Szene aus dem reichhaltigen Programm beim Umweltfest der „Station Umwelt und Natur“ in der Jägerhofstraße, das in diesem Jahr zum 16. Mal stattfand. Ein fröhliches Kinderfest, bei dem die Sinne der jungen und älteren Besucher für die Umwelt geschärft wurden, bei dem man auf spielerische Art viel lernen und verstehen konnte.

Organisationen und Vereine wie unter anderem die Junior-Uni, die Igelschutz-IG, der BUND, NABU, der Kinderschutzbund und der Wupperverband hatten sich zusammen ein höchst unterhaltsames Programm ausgedacht, und die vielen strahlenden Gesichter zeigten, dass man einmal mehr den Geschmack der Besucher getroffen hatte.

Das galt auch für die AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft), die mit einem Hubwagen vor Ort war, vor dem sich eine riesige Schlange gebildet hatte, weil viele die Umgebung mal aus höherer Warte betrachten wollten. Ein leibhaftiger Müllwagen war ebenfalls vorgefahren, um zu demonstrieren, was mit dem Abfall geschieht. Viele Kinder standen Schlange, um die Mülltonnen selbst per Hebel in das Innere des Wagens zu heben. Und dann gab es noch ein weiteres riesiges Gefährt in orange: eine Müllwagen-Hüpfburg für die Jüngsten.

Die hatten aber auch Gelegenheit, das gefiederte Personal der Falknerei und Greifvogel-Auffangstation in Aktion zu sehen – bei der Flugvorführung von Taiga, dem Steppenadler, dem Wüstenbussard Medusa, dem mächtigen Uhu Else oder der putzigen kleinen Waldohreule Krümel.

Fast 30 Stationen umfasste das Angebotsprogramm, bei dem man Spinnen lernen oder aus „Dreck“ und Samen „Seedbombs“ formen und in Eierkartons mit nach Hause nehmen konnte, um dort in der Erde blühende Pflanzen für die Bienen heranzuzüchten.

Lollies aus Holz, Müllfahrzeuge und Informatives

Ein toller Spaß war für die Jüngsten beim Regional-Forstamt das Basteln mit kleinen Holzscheiben und Klebestoff. Ella (6) und Angelina (7) hatten kleine Gesichter angefertigt, die auf dünne Holzstäbe gespießt wurden. Wie Lollies, allerdings eher geschmacksneutral.

Aber, Informatives gab es auch für die Erwachsenen, denen sich verschiedene Vereine vorstellten. Wie der Kneipp-Verein, der gerne seine Wassertretanlage im „Kapellchen“ wieder hätte und auch die Barmer Anlagen mit Fuß- und Armbädern bereichern möchte.

Oder der „Frauengarten“, bei dem von zwölf Damen unter der Regie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Kohl, unterschiedliches Gemüse oder Zucchini angebaut werden. „Wir haben viel Spaß dabei“, versicherte Monika Kindler.

Und dann war da noch die „Holz-Bibliothek“, die Eckhard Schröder verwaltet. Der 66-Jährige hat nach Übereinkunft mit dm Ressort „Grünflächen und Forsten“ der Stadt buchgroße Holzscheite aus den unterschiedlichsten Wuppertaler Waldgebieten in einem widerstandsfähigen Bücherregal zusammengestellt. Der Buchrücken ist die Rinde, der Lesestoff sind die Maserung und die Jahresringe. „Ich möchte den Menschen mit dieser ungewöhnlichen Spiegelung unserer Wälder eine neue Seherfahrung bieten“, so der „Holzbibliothekar“, der-wie das umfangreiche Interesse zeigte - mit dem Umweltfest offenbar genau das richtige Forum gefunden hatte.

„Eine tolle Sache, dieses Umweltfest“, zeigte sich auch Oberbürgermeister Andreas Mucke nach einemausführlichen Rundgang beeindruckt.