44 Einsätze Starkregenguss sorgte für überflutete Straßen in Wuppertal

Update | Wuppertal · Die Feuerwehr hatte vor allem in Vohwinkel zu tun.

 Besonders Vohwinkel – hier die Eugen-Lange-Straße – war von den Überflutungen betroffen.

Besonders Vohwinkel – hier die Eugen-Lange-Straße – war von den Überflutungen betroffen.

Foto: Sebastian Hansen

Ein Unwetter hat am Dienstagnachmittag kurzfristig einige Straßen im Stadtgebiet überflutet. Die Feuerwehr hatte vor allem in Vohwinkel zu tun. Der Regen hörte jedoch nach kurzer Zeit wieder auf, sodass größere Probleme ausblieben. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben zu 44 witterungsbedingten Einsätzen ausgerückt. Zahlreiche Gebäude seien mit Wasser vollgelaufen.

Bis etwa 19 Uhr arbeitete vor allem die freiwillige Feuerwehr die Einsatzstellen ab. Einige Bäume kippten im Zeitraum ab den Regengüssen gegen Dienstag, 14 Uhr, bis zum Mittwochmorgen 6 Uhr um.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits im Vorfeld vor schweren Gewittern gewarnt, die Unwetter-Zentrale und die Warn-App Nina kündigten ebenfalls starkes Gewitter und Starkregen an. Der Wupperverband teilte auf seinem Hochwasserportal mit, dass Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter im Bereich des Möglichen lagen. Gegen Mittag entleerten sich dann die dunklen Wolken über der Stadt, es schüttete buchstäblich wie aus Eimern. In einigen Teilen der Stadt, etwa auf der Kaiserstraße in Vohwinkel, sorgten große Wassermassen für Einschränkungen.

Unter anderem stand die Filiale des Drogeriemarkts dm an der Vohwinkeler Straße unter Wasser, die Feuerwehr pumpte das Geschäftslokal leer. Auch das Gebäude nebenan war betroffen. „Wir hatten einige Wassereinbrüche in Kellern, hauptsächlich in Vohwinkel“, heißt es von der Feuerwehr. Aber es sei niemand zu Schaden gekommen.

Auch die Polizei weiß zwar von vielen Anrufen auf der Leitstelle, in Aktion treten musste sie jedoch nur vier Mal – wegen Gefahren durch hochgedrückte Gullydeckel, berichtet ein Sprecher. Hinweise auf überflutete Straßen habe es vor allem vom Sonnborner Ufer gegeben, auch von der A46. „Die Leute waren zum Teil panisch, weil tatsächlich die Bremsen nicht mehr so funktionierten“, so der Sprecher. Am Ende seien aber keine weiteren Einsätze oder Straßensperrungen nötig gewesen.

Im Internet kursierten Bilder von weiteren Straßen voller Wasser, etwa der Küllenhahner Straße und der Sonnborner Straße. In der Kohlfurth gab es kurzfristig eine Menge Wasser zumindest auf der Solinger Seite am Café Hubraum. Wenig später sind die Straßen zum Beispiel in der Kohlfurth wieder trocken, nur der leicht erhöhte Pegel der Wupper, das braune und schnell fließende Wasser zeigten, dass es im Land viel regnet. Neugierige Anwohner kamen zur Kohlfurther Brücke, drehten aber beruhigt wieder ab.

Erinnerungen an
das Hochwasser von 2021

Marco Brenner, der in der Kohlfuhrth eine Maschinenbaufirma betreibt, gehört zu denen, die vom Hochwasser 2021 geschädigt sind. Aus einem Raum müsse er Wasser rausschieben, erzählt er, Sandsäcke habe er schon strategisch verteilt, ist aber noch gelassen. „Solange keiner wieder die Talsperre aufmacht...“, sagt er sarkastisch mit Blick auf 2021. Damals hatte die Öffnung der Talsperre zusätzliches Wasser in den Stadtteil und damit in die Häuser gespült. „Hier gibt es immer noch Wohnungen, die noch nicht renoviert sind“, sagt er. Und lässt seinen Ärger darüber spüren, dass er von der geleisteten Fluthilfe 15 000 Euro zurückzahlen musste.

Auch Michael Sladik, Inhaber der Motorradwerkstatt in der Kohlfurth, bleibt ruhig. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die noch mal so einen Fehler begehen“, sagt er mit Bezug zum Hochwasser 2021. „Die haben hoffentlich gelernt und genug Stauraum in der Talsperre gelassen.“ 2021 stand seine Werkstatt einen Meter hoch unter Wasser, er kam dennoch glimpflich davon. Durch den Regenguss am Dienstag kam erstmals Wasser durchs Dach: „Das hatte ich noch nie.“ Aber auch die Pfütze kann er schnell trocknen.

Auch Holger Reich, CDU-Stadtverordneter und Kohlfurther sagt: „Das war nur ein heftiger Schauer, ich mache mir noch keine Sorgen.“ Die Wupper führe zwar mehr Wasser, aber das Grundwasser steige noch nicht. Er hat nur den Behörden wegen des angeschwemmten Gerölls auf der Solinger Straße Bescheid gegeben.

Infolge der Starkregenereignisse steigen die Wasserstände schnell an, heißt es auf der Homepage des Wupperverbands. Das Erreichen erster Meldewerte an den Pegeln könne nicht ausgeschlossen werden. Auch abseits von Gewässern könne es lokal zu Überschwemmungen kommen. Aber der Wupperverband versichert: „In den Talsperren ist ausreichend Retentionsvolumen vorhanden. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die Talsperren die Zuflüsse abpuffern können.“

An der Messstelle Kluserbrücke stieg das Wasser in der Nacht zu Mittwoch kontinuierlich bis zu einem Höchststand von 81 Zentimetern an. Allerdings: Erst ab einem Wasserstand von 1,45 Meter wird an dieser Stelle die erste Hochwasserwarnstufe ausgelöst. Ab etwa 2,60 Meter tritt die Wupper über die Ufer. Am Mittwochmorgen war der Wasserstand bereits wieder auf unter 30 Zentimeter abgesunken.

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