Stammtisch im Café Schwarz in Wuppertal

Stammtische : Die Probleme der Welt lösen

Am Stammtisch im Café Schwarz treffen sich die Motorradfreunde seit Jahren.

Seit rund 30 Jahren treffen sie sich um 19 Uhr, die neun Männer in den Fünfzigern, zum Stammtisch, der seit mehr als vier Jahren mittwochs im Café Schwarz in der Küllenhahner Straße stattfindet. Daran konnten auch die früheren Zeiten der frei empfangbaren Spiele der Champions League nichts ändern. „Nee, für Fußball interessieren wir uns nicht so“, gibt Siegfried zu. „Da sitzen wir lieber hier zusammen“. Nicht Fußball, sondern Motorräder hatten es damals den Herren angetan. Ein gemeinsames Interesse, das auch der Antrieb für die Stammtisch-Treffen gewesen ist.

„Damals haben wir auch lange Touren bis nach Frankreich und Italien gemacht“, berichtet Thorsten. Und schmunzelnd wird berichtet, dass man sogar illegalerweise bis zum für Motorräder gesperrten 3136 Meter hohen Gipfel des Mont Chaberton herauf gefahren ist. Stolz wird auf dem Handy eine schroffe Felswand gezeigt, allerdings zugegeben, dass man die andere, ein wenig wegsamere Seite des Felsmassivs per Bike erklommen hat.

Die Berufe der Stammtischbrüder im Küllenhahner Traditions-Café sind bunt gemischt. „Wir sind Elektriker, Metzger, selbständige Kaufleute, Einzelhändler oder Werkzeugmacher“. Die meisten sind aus der näheren Umgebung, und Thomas kommt sogar von Cronenberg zu Fuß zum Küllenhahn.

Obligatorisch ist das gemeinsame Abendmahl. „Das Essen hier ist Klasse“, ist die einhellige Meinung. Einer der Gründe, weshalb man sich den seit Jahren bekannten Klaus Schwarz als Gastgeber auserkoren hat. Der weiß natürlich, was er an den heiter gestimmten Herren hat und zeigt sich, wie man hört, bisweilen auch mit einer Runde erkenntlich.

Der einzige „Ausländer“ im Kreis kommt mit dem Motorrad aus Solingen und heißt Jörg. „Wir haben ihn aber bestens integriert“, verrät Siggi. Jörg kam über seine Motorradleidenschaft und fasste nach seinem ersten Treffen mit der Cronenberg/Küllenhahn-Fraktion die Frage „Du willst doch nicht etwa nochmal kommen?“ als liebevolle Einladung auf. Seitdem ist er regelmäßiger Teilnehmer der Runde.

Die gute Laune der Stammtischbrüder ist ansteckend, weil man auch etwas derberen Flachs nicht tierisch ernst nimmt. „Wir wissen ja, wer es sagt“, und die besprochenen Themen sind breit gestreut. Klar, dass die Probleme dieser Welt am Stammtisch gelöst werden.

Dass da selten so kontrovers diskutiert wird, dass sich ernsthafte Verstimmungen ergeben, zeigt schon die Tatsache, dass man sich auch außerhalb des Stammtisches trifft. „Mit Frauen natürlich“, sagt Thorsten.

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