Stall-Streit: Gegner legen Beschwerde ein

Stall-Streit: Gegner legen Beschwerde ein

Die Nachtragsgenehmigung für die veränderte Legehennen-Anlage ist ein Fall für die Bezirksregierung, meinen deren Kritiker.

Dönberg. Während die Bauarbeiten an der umstrittenen Hühnerstall-Anlage am Fettenberger Weg weitergehen, zieht die Nachtragsgenehmigung, mit der die Stadt den Baustopp aufgehoben hat, viel Kritik nach sich: "Wir legen eine Fachaufsichtsbeschwerde bei der Bezirksregierung ein", erklärt Hans-Jürgen Jeromin vom Bürgerverein "Naturlandschaftschutz Deilbachtal" auf WZ-Nachfrage.

Darin beantrage man, dass das weitere Genehmigungsverfahren und die zukünftige Prüfung der Baustelle und des Betriebs bei der Bezirksregierung liegt, "weil die Stadt Wuppertal dazu offensichtlich nicht in der Lage ist." Dass die Stadtverwaltung die entgegen ihrer Baugenehmigung installierte Einrichtung im Nachtrag abgesegnet habe, werfe Fragen auf.

Der Verein spricht von unzureichenden Gutachten und schätzt den Einbau der anderen Stalleinrichtung als strategisch ein. Man gehe nach wie vor davon aus, dass mehr Hennen am Fettenberger Weg eingestallt werden sollen. Dass der Bauherr sich bei der Installation der Stall-Einrichtung offenkundig nicht an die Vorgaben der Baugenehmigung gehalten, die Behörden vor vollendete Tatsachen gestellt habe und damit auch noch durchgekommen sei, spreche für sich: An der Klage gegen die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht halte man fest, erwarte aber erst im November ein Urteil.

Die Gegner der Stall-Anlage argumentieren unter anderem auch mit einer Stellungnahme des Petitionsausschusses im Landtag. Wie berichtet, hat dieser strengere Kontrollen durch die Stadt verlangt. Und genau die führe man auch nach wie vor durch, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Nach dem Baustopp habe der Bauherr alle Gutachten zur veränderten Einrichtung nachgereicht. Sie habe man "sorgsam und kritisch" geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass sowohl die Volierenanlage als auch das geänderte Lüftungs- und Kot-Transportsystem die Vorgaben erfüllen und nicht darauf hindeuten, dass mehr als die erlaubten 14940 Hennen untergebracht werden. Darüber hinaus werde man die Arbeiten und den Betrieb genau überprüfen: Die verbrauchten Futter-, Wasser- und anfallenden Kot-Mengen gehören ebenso dazu wie Liefer- und Bestandslisten, die Aufschluss über die Zahl der Tiere geben. Kleinere Abweichungen ließen sich zwar nicht ermitteln, aber eine vierstellige Zahl sehr wohl.

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