1. NRW
  2. Wuppertal

Stadtwerke Wuppertal bereiten Klage gegen Schwebebahn-Hersteller vor

Massive Einschränkungen nach den Sommerferien : Wuppertaler Stadtwerke bereiten Klage gegen Schwebebahn-Hersteller vor

Nachdem bekannt geworden ist, dass der Betrieb der Schwebebahn aufgrund massiver Probleme drastisch eingeschränkt wird, wollen die Wuppertaler Stadtwerke gegen einen Hersteller aus Düsseldorf klagen. Nach den Sommerferien soll die Schwebebahn nur noch samstags und sonntags fahren.

Nach den Sommerferien fährt die Schwebebahn nur noch samstags und sonntags. Das haben die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) am Freitag konkretisiert. Bestätigt wurde auch: Von Montag bis Freitag bieten die WSW einen Ersatzverkehr mit Bussen an. „Auf diese Einschränkung müssen sich die ÖPNV-Kunden voraussichtlich bis zum Sommer 2021 einstellen“, so die Stadtwerke in einer Mitteilung weiter. Drastische Maßnahmen, die bereits am Donnerstag Gewissheit wurden.Auch bestätigt wird: Die Mängel sollen juristische Konsequenzen haben. „Die WSW bereiten gegen den Hersteller der neuen Schwebebahn-Baureihe, den Düsseldorfer Fahrzeug-Hersteller Kiepe Electric, eine Klage wegen Schlechterfüllung und Schadensersatz vor“, heißt es in der Mitteilung.

Als Grund werden „neue technische Probleme an den Schwebebahn-Fahrzeugen“ angeführt. „Seit Einführung der neuen Bahnen vor vier Jahren gab es immer wieder Probleme mit den Schwebebahnen des Herstellers Kiepe Electric. Ein neuer Aspekt zwingt die WSW nun zum Handeln“, so die WSW.

Ein „atypischer Verschleiß der Räder“ habe zu Schäden am Gerüst geführt, die im Juni festgestellt wurden. „Vor diesem Hintergrund ist die Aufrechterhaltung des regulären Fahrplans nicht mehr möglich“, wird Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH zitiert.

Wuppertaler Stadtwerke führen Fehlerliste mit 200 Einträgen zur neuen Schwebebahn-Generation

Insgesamt umfasse „die Fehlerliste der neuen Fahrzeuge fast 200 technisch unterschiedliche Einträge“. Das habe zur Folge, dass am Ende der Sommerferien nicht mehr ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen. „Während der Ferien können wir nur noch einen 6-Minuten-Takt fahren, danach müssen wir zum Schutz des Gerüsts den Fahrbetrieb umfassend einschränken“, so Ulrich Jaeger.

„Die Klage ist das letzte Mittel, aber nach einem vierjährigen Leidensweg für uns und unsere Fahrgäste sehen wir keine andere Möglichkeit mehr“, so der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell. Dem Hersteller seien alle Mängel angezeigt worden und die WSW hätten versucht, mit Kiepe einvernehmlich Lösungen zu finden. Dietmar Bell sehe aber keine Handlungsalternative: „Der Klageweg ist nicht risikolos, aber wir haben eine Verantwortung für Wuppertal“, wird er in der Mitteilung zitiert.

Bei der Schadensersatzforderung gehe es nicht nur um Einnahmeverluste durch Betriebsausfälle, sondern auch um erhöhten Aufwand für Reparaturen, Umbauten und Ersatzteile, Kosten für Gutachten und Materialuntersuchungen und Folgekosten durch Schäden am Gerüst.

(red)