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Stadtwerke: Beteiligungs-Poker geht weiter

Stadtwerke: Beteiligungs-Poker geht weiter

Mittlerweile liegen die konkreten Angebote der Bieter vor. Angeblich sind noch vier oder fünf Versorger im Rennen.

Wuppertal. "Ich sage gar nichts". Kämmerer Johannes Slawig verstummt, wenn es darum geht, mit wem die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) in Zukunft zusammengehen möchten. Aber: Am Dienstag war die Abgabefrist für die verbindlichen Angebote potentieller Bewerber, die Interesse an den Anteilen der WSW haben. Jetzt, so ist zu hören, werden die Angebote auf Herz und Nieren geprüft.

Nach Recherchen der WZ sind derzeit noch vier oder fünf Unternehmen im Rennen. Dabei soll es sich um Rheinenergie, Dong (Dänemark), Elektrabell, Gas de France und auch die Düsseldorfer Stadtwerke handeln. Auch dazu gibt es keine Auskunft von Slawig und alle Beteiligten haben eine strikte Informationssperre verhängt bekommen.

"Wir wollen eine möglichst gute Verhandlungsposition und das geht nur, wenn die Kandidaten und ihre Bewerbungen vertraulich behandelt werden. Anderenfalls würden wir Geld verlieren", erklärt der Kämmerer seine zugeknöpfte Art.

Im September soll die Entscheidung endgültig fallen. Dann werden sowohl der WSW-Aufsichtsrat als auch der Stadtrat eine Empfehlung vorgelegt bekommen. An die Bewerber waren - nach dem Desaster mit RWE - hohe Voraussetzungen geknüpft worden. So sollen die neuen Partner sowohl eine Sachbeteiligung einbringen als auch ein strategisches Konzept vorlegen.

Das dürfte zumindest den Düsseldorfer Stadtwerken nicht schwer fallen. Die planen derzeit ein Kohlekraftwerk auf der Lausward in Düsseldorf mit einem Leistungsvolumen von 400 Megawatt. Das könnte eine Sachbeteiligung darstellen.

Die Düsseldorfer Stadtwerke gehören zu 54,95 Prozent der EnbW, 25,05 Prozent der Stadt Düsseldorf und 20 Prozent der GWE Köln AG. Nach Brancheninformationen stehen die Düsseldorfer unter dem Druck ihrer Eigentümer, neue regionale Beteiligungen einzugehen. Aus diesem Grund sind auch die Stadtwerke Monheim, Hilden und Neuss in den Fokus der Düsseldorfer geraten.

Sollten die Landeshauptstädter mit ihrer Bewerbung in Wuppertal Erfolg haben, dann könnten sie 20 Prozent der WSW-Anteile gegen einen Kaufpreis erwerben. Weitere 5,1 Prozent müssen über die schon erwähnten Sacheinlagen erworben werden.

Zudem sind die Stadtwerke bereit, weitere acht Prozent ihrer Anteile gegen zusätzliche Sacheinlagen abzutreten. Sollten die Düsseldorfer Stadtwerke dies in Erwägung ziehen und zum Zuge kommen, dann würden sie 33 Prozent der WSW besitzen.

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt wird härter, zumal die Gebühren für die Durchleitung von Strom von der Regulierungsbehörde gesenkt werden. Dieser Druck zwingt kommunale Versorger zu Kooperationen - zumal in Wuppertal der öffentliche Personennahverkehr jedes Jahr mit einer hohen Millionensumme quer subventioniert werden muss. Zudem hoffen die Stadtwerke mit einem neuen, großen Partner auch neue Märkte erschließen zu können.