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Stadtverwaltung will täglich 3500 Briefe einscannen

Stadtverwaltung will täglich 3500 Briefe einscannen

Mit dem ersten großen Projekt im Rahmen der digitalen Modellstadt soll Papier aus der Poststelle verschwinden.

Die Stadtverwaltung will als erste größere Stadt ihre Post komplett digitalisieren — und das bereits ab dem Herbst. Das bedeutet, dass die heutige Poststelle aufgelöst wird und künftig eine sogenannte Scanstraße die rund 3500 Briefe entgegennimmt, die täglich bei der Stadt eingehen.

Allein für die neue Maschine, die demnächst jedes Poststück erfassen und in eine E-Mail umwandeln soll, will Kämmerer Johannes Slawig einen „deutlich sechsstelligen Betrag“ investieren. Das soll sich in der Zukunft auszahlen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch dieses Projekt mittelfristig Geld sparen.“ Das sei der Fall, da Personalkosten entfallen. Die Maschine müsse lediglich gewartet werden — ansonsten ist kein Mensch mehr für die Postverteilung vonnöten.

Die Digitalisierung der Eingangspost soll das erste große Projekt werden, das Wuppertal als digitale Modellstadt umsetzt. Wuppertal kann nämlich als Teil der Förderregion Bergisches Land auf einen Fördertopf zugreifen, in dem insgesamt 90 Millionen Euro schlummern. Allerdings, so Slawig, stehen die Förderbedingungen noch nicht fest. Daher sei noch gar nicht klar, ob die Gelder des Landes wirklich in das Projekt fließen können. „Wir starten aber auf jeden Fall im Herbst. Ich möchte damit nicht noch länger warten“, sagt Slawig. Die Scannerstraße sei ausgeschrieben, ebenso wie die entsprechende Personalstelle. Das sei kein Problem, weil sich die Umstellung unterm Strich finanziell selber tragen soll.

Demnächst soll die Post, so Stadtsprecherin Martina Eckermann, automatisch in die korrekten Abteilungen verteilt werden, „ohne, dass ein Mensch auf die Adresszeile schauen muss“. Der Scanner erkennt anhand von Stichworten wie „Rechnung“, dass ein Brief beispielsweise in die Finanzbuchhaltung gehört oder öffnet Schreiben mit dem Stichwort „vertraulich“ gar nicht und leitet sie weiter.

Als nächsten Schritt, so Slawig, möchte die Stadt dann auch den Postausgang digitalisieren. Wobei auch in Zukunft davon ausgegangen werden müsse, dass 20 Prozent des Schriftverkehrs nach wie vor analog abläuft. Etwa für Bürger ohne Internetanschluss.